Filtronic verzeichnete am heutigen Mittwoch einen deutlichen Kursrückgang von -12 % auf 2,30 €. Damit setzt sich die negative Tendenz der letzten Wochen fort, in denen der Wert bereits erheblich an Boden verloren hat. Innerhalb der vergangenen 30 Tage summiert sich der Abschlag damit auf -24 %. Hintergrund der aktuellen Marktbewegung sind vor allem die jüngsten Geschäftszahlen sowie eine kritische Einschätzung seitens der Analysten.
Analysten mahnen zur Vorsicht
Am 17. August stufte The Aerospace Forum das Unternehmen auf „Sell“ herab. Trotz operativer Verbesserungen und einer zunehmenden Diversifizierung abseits der Kooperation mit SpaceX sehen die Experten die Bewertung derzeit als nicht attraktiv an. Medienberichten zufolge sank das bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr 2026 um 34 Prozent, während die Margen auf rund 20 Prozent schrumpften.
Zwar bietet der Ausblick auf das kommende Jahr Chancen durch den Ausbau der Galliumnitrid-Technologie (GaN) und eine geplante Verdopplung der Verteidigungsumsätze, doch bleiben Risiken bei der Umsetzung und eine mögliche Verwässerung der Anteile bestehen.
Bilanz durch Einmaleffekte belastet
Bereits am 4. August hatte Filtronic die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2026 vorgelegt. Mit einem Umsatz von 55,50 Millionen Pfund blieb das Unternehmen knapp hinter den Erwartungen zurück, da Analysten im Konsens mit 56,15 Millionen Pfund gerechnet hatten. Auch beim Ergebnis gab es Rückgänge: Das bereinigte EBITDA lag bei 11,30 Millionen Pfund, während der Nettogewinn 4,60 Millionen Pfund erreichte.
Verantwortlich für die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr waren insbesondere Sondereffekte. Eine Erhöhung der Abschreibungen um 2,2 Millionen Pfund im Zusammenhang mit der Aktienoptionsvereinbarung mit SpaceX belastete das Ergebnis deutlich. Zudem sorgte der schwächere US-Dollar für Gegenwind bei den in Dollar fakturierten Verkäufen, was im Vorjahresvergleich einen negativen Währungseffekt von 2,0 Millionen Pfund ausmachte.
Fokus auf das zweite Halbjahr 2027
Für das laufende Geschäftsjahr 2027 zeigt sich die Geschäftsführung dennoch zuversichtlich. Der Auftragsbestand deckt bereits rund 90 Prozent des erwarteten Jahresumsatzes ab.
Das Management geht davon aus, dass die Entwicklung im zweiten Halbjahr an Dynamik gewinnen wird, sobald die Produktion der E-Band-Komponenten auf Basis der Galliumnitrid-Technologie hochläuft. Die Jahresziele sollen insgesamt im Rahmen der bisherigen Markterwartungen liegen.
Aktionäre können sich zudem den Termin für die kommende Hauptversammlung vormerken. Diese findet am Freitag, den 30. Oktober, in Sedgefield statt. Dort wird das Unternehmen voraussichtlich weitere Details zur langfristigen Strategie und zur angestrebten Kunden-Diversifizierung präsentieren.
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