Filtronic erlebt einen tiefroten Handelstag. Der Kurs des Elektronikspezialisten bricht zweistellig ein und setzt damit eine dramatische Abwärtsspirale fort. Hinter der Bewegung steckt eine fundamentale Neubewertung, die selbst positive Nachrichten in den Schatten stellt.
Die Aktie verliert am Montag knapp elf Prozent und notiert bei 2,76 Euro. Damit summiert sich das Minus der vergangenen sieben Tage auf rund 37 Prozent. Anleger ziehen massiv Kapital ab.
Gewinnrückgang trotz Analysten-Lob
Der Auslöser ist das jüngste Handelsupdate für das Geschäftsjahr 2026. Zwar übertraf das Unternehmen beim bereinigten EBITDA mit 11,1 Millionen Pfund die Markterwartungen leicht. Im Vergleich zum Vorjahr offenbart die Zahl jedoch eine deutliche Schrumpfung.
Damals erwirtschaftete Filtronic noch 17,0 Millionen Pfund. Auch der Umsatz sank leicht auf 55,5 Millionen Pfund. Diese Kontraktion sorgt für Nervosität am Markt.
Hohe Bewertung fordert ihren Tribut
Ein neuer Auftrag über 0,5 Millionen US-Dollar verpuffte wirkungslos. Der Kontrakt mit einem US-Satellitenkunden folgt auf einen größeren Auftrag aus dem März. Marktbeobachter sehen in der aktuellen Reaktion ein klassisches „Sell the News“-Szenario.
Zuvor war die Aktie um über 130 Prozent gestiegen. Ein SpaceX-Auftrag über 62,5 Millionen Dollar befeuerte die Fantasie. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis kletterte dabei auf rund 120. Dieses Niveau erwies sich angesichts der sinkenden Gewinne als nicht haltbar.
Die technische Lage ist extrem angespannt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 30,4 und signalisiert eine überverkaufte Situation. Parallel dazu stieg die annualisierte Volatilität auf über 129 Prozent.
Für das Geschäftsjahr 2027 gibt sich das Management zuversichtlich. Das Auftragsbuch deckt bereits 90 Prozent des erwarteten Konsensumsatzes ab. Die Diversifizierung in die Bereiche Luftfahrt und Verteidigung schreitet voran.
Das Management setzt nun auf die Umsetzung der bestehenden Großprojekte. Die hohe Visibilität im Auftragsbuch bildet dabei das Fundament für die angestrebte Erholung im neuen Geschäftsjahr.
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