Der britische Eisenhersteller Ferrexpo bleibt an der Londoner Börse vorerst vom Handel ausgeschlossen. Die Aufsichtsbehörde FCA bestätigte die Fortsetzung der Suspendierung für die zweite Juniwoche. Grund ist der fehlende geprüfte Jahresabschluss für das vergangene Geschäftsjahr.
Die Wirtschaftsprüfer verweigern bisher ihre Unterschrift unter die Bilanz. Es fehlt eine gesicherte Fortführungsprognose für den Konzern. Diese hängt maßgeblich von einer geplanten Kapitalerhöhung ab, die die Liquidität stabilisieren soll.
Eingeschränkte Hauptversammlung ohne Entlastung
Diese Hängepartie belastet nun auch die Hauptversammlung Ende Juni. Die Tagesordnung bleibt stark eingeschränkt. Aktionäre können lediglich über Routinefragen wie die Wiederwahl von Direktoren abstimmen.
Wichtige Beschlüsse zur Entlastung des Managements oder zum Vergütungsbericht fehlen komplett. Das Unternehmen plant eine separate Versammlung, sobald die geprüften Zahlen vorliegen. Parallel dazu verlässt Vitalii Lisovenko nach neun Jahren den Verwaltungsrat.
Massive Produktionsausfälle in der Ukraine
Die operative Lage in der Ukraine bleibt extrem angespannt. Nach schweren Schäden an der Energieinfrastruktur läuft derzeit nur eine der vier Pelletieranlagen. Die Produktion brach im ersten Quartal massiv ein.
Der Ausstoß sank auf 592.750 Tonnen Eisenerzpellets. Das entspricht einem Rückgang von 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Neben den technischen Problemen drückt der ausbleibende Cashflow auf die Stimmung.
Ukrainische Behörden halten derzeit Mehrwertsteuererstattungen in Höhe von etwa 80 Millionen US-Dollar zurück. Ferrexpo sieht darin eine zentrale Hürde für das laufende Cash-Management. Vor der Handelsaussetzung im Mai notierte die Aktie bei etwa 28,58 Pence.
Eine Rückkehr in den regulären Handel ist erst nach der Veröffentlichung des testierten Berichts möglich. Das Management muss nun zeitnah die geplante Kapitalmaßnahme umsetzen. Nur so lässt sich das Vertrauen der Prüfer und der Aufsicht zurückgewinnen.
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