Starke Nachfrage, schwacher Aktienkurs. Bei Ferrari klaffen operatives Geschäft und Börsenbewertung derzeit auseinander. Während die Italiener ihre Sportwagen bis 2027 ausverkauft haben, notiert die Aktie auf Jahressicht rund 25 Prozent im Minus. Am Freitag stand nun ein routinemäßiger Kursabschlag an.
Dividende und Aktienrückkäufe
Die Papiere des Luxusautobauers handelten zum Wochenschluss ex-Dividende. Nach dem Beschluss der Hauptversammlung Mitte April erhalten Aktionäre 3,615 Euro je Anteilsschein. Das entspricht einer Gesamtausschüttung von rund 640 Millionen Euro. Der Kurs passte sich entsprechend nach unten an.
Parallel dazu stützt das Management den Kurs. Ferrari setzt sein laufendes Aktienrückkaufprogramm fort. Bis 2030 kauft der Konzern eigene Papiere im Wert von mehreren Milliarden Euro. In der Woche vor dem Dividendenstichtag griff das Unternehmen aktiv am Markt zu.
Ferrari NV Aktie Chart
Ausverkauft bis in das nächste Jahr
Operativ läuft es rund. Analystenberichte der vergangenen Tage zeigen prall gefüllte Auftragsbücher. Die Produktion für gefragte Modelle wie den 12Cilindri oder den Purosangue-SUV ist für das kommende Jahr faktisch ausverkauft. Wer spezielle Personalisierungen wünscht, wartet teilweise bis weit in das Jahr 2027.
Diese Visibilität hebt Ferrari vom restlichen Automobilsektor ab. Viele Konkurrenten kämpfen mit sinkender Nachfrage und wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Italiener halten ihre Margen durch künstliche Verknappung hoch. Analysten taxieren die operative Gewinnmarge aktuell auf rund 30 Prozent.
Blick auf die Quartalszahlen
Große Investmentbanken wie RBC Capital und Bernstein bleiben optimistisch. Sie vergeben mehrheitlich Kaufempfehlungen. Die Kursziele liegen oft jenseits der Marke von 500 US-Dollar.
An der Börse kostet eine Ferrari-Aktie derzeit exakt 300 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein leichtes Minus von gut fünf Prozent auf der Anzeigetafel. Damit pendelt der Kurs aktuell punktgenau um die 50-Tage-Linie.
Im Mai präsentiert das Management die Zahlen für das erste Quartal. Dann erwarten Investoren konkrete Details zum Fortschritt bei der Elektrifizierung der Sportwagen. Auch die Umsatzziele der neuen Lifestyle-Sparte rücken dann in den Fokus.
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