Bei Ferrari kriselt es an der Börse. Die Aktie rutschte seit Oktober 2025 von über 400 Euro auf knapp 290 Euro – ein Verlust von rund 27,5 Prozent. Aus der geplanten Verschnaufpause wird langsam ein Stimmungsumschwung. Anleger zeigen Nerven, Analysten drehen an den Bewertungen.
Ferrari Aktie Chart
Analysten streichen Kaufempfehlung
Die große Downgrade-Welle rollt. Die HSBC, Deutsche Bank, UBS und Morgan Stanley strichen ihre Kaufempfehlungen.
Die Begründung: Das Wachstumstempo enttäuscht, Margen geraten unter Druck, vor allem durch neue Modelle. Der Ausblick bis 2030 wirkt laut Experten nicht überzeugend. Klare Signale zu kommenden Fahrzeugen und zur Elektro-Transformation fehlen.
Zusätzlich belasten steigende Kosten. Die Budgetobergrenze der Formel 1 für 2026 steigt, Wechselkursprobleme drücken auf die Zahlen. Ferrari setzt künftig nicht auf mehr Stückzahlen, sondern auf eine optimierte Produktpalette mit teureren Modellen. Das birgt Chancen, verlangt aber Vertrauen in zahlungsbereite Kunden in unsicheren Zeiten.
Ferrari kauft weiter Aktien zurück
Trotzdem hält Ferrari an seinem Aktienrückkaufprogramm fest. Im Januar erwarb das Unternehmen 84.500 eigene Aktien für mehr als 26,5 Mio. Euro. Der Bestand liegt aktuell bei über 16,7 Millionen Aktien. Ein klares Signal, dass das Management langfristig von der Bewertung überzeugt ist.
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Lamborghini wächst, McLaren plant eine industrielle Neuaufstellung. Ferrari muss 2026 nicht nur das erste Elektroauto liefern, sondern auch zeigen, dass Exklusivität und Profitabilität im Wandel der Branche keine Gegensätze sind.
Kurzfristig sieht es für Ferrari nicht gut aus. Weitere Kursstürze sind drin. Doch mittel- bis langfristig sieht es anders aus. Derzeit liegt das KGV bei knapp unter 30 – so günstig wie seit 2018 nicht mehr. Das Vorwärts-KGV der beiden kommenden Jahre liegt sogar bei 28 und 25. Wer in Ferrari investieren will, sollte eine Bodenbildung abwarten und dann einsteigen. Denn auf die lange Sicht sieht es weiterhin gut aus.
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