Fermi America hat sich selbst eine Frist gesetzt – und sie eingehalten. Vor rund 90 Tagen formulierte das Unternehmen fünf konkrete Ziele für den Aufbau seines Stromnetzes für KI-Rechenzentren. Heute meldet Fermi: alle fünf erreicht, inklusive Quartalszahlen zum zweiten Quartal 2026.
Erster Ankerkunde und neuer Chef
Den größten Brocken lieferte der Vertragsabschluss mit TensorWave. Der Neocloud-Anbieter wird erster Kunde am Project-Matador-Campus, gebunden über eine 15-jährige Leasingvereinbarung. Die erste Phase umfasst 222 Megawatt Anschlussleistung, über die Laufzeit summiert sich das Vertragsvolumen auf rund 6,5 Milliarden Dollar. Zwei Erweiterungsoptionen könnten TensorWaves Fläche am Standort perspektivisch verdreifachen.
Parallel dazu übernahm Lee McIntire zum 11. August das Amt des CEO. Der Manager bringt mehr als 40 Jahre Erfahrung aus Großprojekten bei Bechtel, CH2M Hill und TerraPower mit – darunter der Kanaltunnel, Olympia-Bauten in London 2012 und die Erweiterung des Panama-Kanals. Seit September 2025 saß er bereits im Fermi-Board, bevor er nun die Führung für die Bauphase übernimmt.
Turbinen, Kapital und ein neuer Partner
Drei Siemens-F-Turbinen trafen ein und erhöhen die insgesamt gesicherte Leistung auf 1,5 Gigawatt. Hinzu kommt eine strategische Allianz mit Hillcore Energy Capital: Das Unternehmen soll rund 2,6 Gigawatt zusätzliche Erzeugungskapazität am Matador-Standort finanzieren, bauen und betreiben – ohne dass Fermi dafür Kapital einsetzt oder Schulden aufnimmt. Kombiniert mit Fermis eigenem Ausbauprogramm soll die geplante Vor-Ort-Erzeugung binnen etwa 30 Monaten auf 4,8 Gigawatt steigen.
Die erste Leistungsstufe aus dieser Partnerschaft, rund 350 Megawatt, wird innerhalb von 24 Monaten nach Baufreigabe angepeilt. Fermi tritt als Ankerabnehmer über einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag auf und hält eine Kaufoption auf die Anlage nach zehn Jahren.
Finanziell hat sich Fermi zudem über eine aufgestockte Wandelanleihe mehr als 431 Millionen Dollar an frischem Kapital gesichert – zu Konditionen, die laut Unternehmensangaben eine Verwässerung bestehender Aktionäre begrenzen sollen.
Mit McIntire als operativem Kopf und dem TensorWave-Vertrag als kommerziellem Anker verschiebt sich der Fokus nun von der Planungs- in die Bauphase. Ob das Tempo bei Turbinenlieferung und Streckenausbau mit dem ambitionierten 30-Monats-Zeitplan der Hillcore-Partnerschaft mithalten kann, entscheidet sich in den kommenden Baumeilensteinen.
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