Die Federal Reserve steht vor einem Dilemma. Die Notenbank hält die Zinsen zum zweiten Mal in Folge stabil, während ein Energieschock durch den Krieg im Nahen Osten die Märkte durcheinanderwirbelt. Mit 11 zu 1 Stimmen entschieden die Mitglieder, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent zu belassen.
Die Situation ist verzwickt. Noch vor dem Krieg stagnierte der Inflationsrückgang bereits. Der Kern-PCE-Index, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, beschleunigte sich im Januar auf 3,1 Prozent. Im April lag er noch bei 2,6 Prozent. Jetzt kommt der Ölpreisschock obendrauf. Brent-Rohöl sprang nach dem israelischen Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars um 3,8 Prozent auf über 107 Dollar.
Powell sprach in seiner Pressekonferenz Klartext. Er bezeichnete die Dienstleistungsinflation als „frustrierend“ und warnte vor einem „Energieschock von erheblicher Größe und Dauer“. Die Märkte reagierten prompt. Der Dow Jones sackte um 769 Punkte oder 1,6 Prozent ab.
Dow Jones Industrial Average Index Chart
Der Arbeitsmarkt schwächelt bereits deutlich
Dabei war die Lage schon vor dem Krieg angespannt. Im Februar verlor die US-Wirtschaft 92.000 Stellen, die Arbeitslosenquote kletterte auf 4,4 Prozent. Das ist eine völlig andere Ausgangslage als 2022, als die Fed das letzte Mal mit einem kriegsbedingten Ölpreisschock konfrontiert war. Damals wurden Hunderttausende Jobs pro Monat geschaffen.
Die Fed-Mitglieder haben ihre Inflationsprognosen angepasst. Fast alle erwarten nun für Ende des Jahres eine Kerninflation von 2,7 Prozent statt der zuvor prognostizierten 2,5 Prozent. Zwölf von 19 Teilnehmern rechnen weiterhin mit mindestens einer Zinssenkung in diesem Jahr, doch die Wahrscheinlichkeit dafür schwindet.
Powells Amtszeit als Fed-Chef endet am 15. Mai, doch er kündigte an, notfalls als geschäftsführender Vorsitzender weiterzumachen. Die Bestätigung seines designierten Nachfolgers Kevin Warsh stockt im Senat. Powell wird bleiben, bis die Untersuchung des Justizministeriums gegen ihn „wirklich vorbei“ ist. Die Märkte müssen sich also auf weitere Unsicherheit einstellen.
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