Federal Reserve: Die Situation ist verzwickt!

Die US-Notenbank lässt die Zinsen unverändert, während Ölpreise durch den Iran-Krieg explodieren. Powell spricht von einem "Energieschock" und sieht weitere Zinsschritte in weiter Ferne.

Auf einen Blick:
  • Leitzins bleibt in Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent
  • Ölpreisschock durch Nahost-Konflikt belastet Märkte
  • Powell warnt vor hartnäckiger Dienstleistungsinflation
  • Arbeitsmarktdaten zeigen bereits deutliche Schwäche

Die Federal Reserve steht vor einem Dilemma. Die Notenbank hält die Zinsen zum zweiten Mal in Folge stabil, während ein Energieschock durch den Krieg im Nahen Osten die Märkte durcheinanderwirbelt. Mit 11 zu 1 Stimmen entschieden die Mitglieder, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent zu belassen.

Die Situation ist verzwickt. Noch vor dem Krieg stagnierte der Inflationsrückgang bereits. Der Kern-PCE-Index, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, beschleunigte sich im Januar auf 3,1 Prozent. Im April lag er noch bei 2,6 Prozent. Jetzt kommt der Ölpreisschock obendrauf. Brent-Rohöl sprang nach dem israelischen Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars um 3,8 Prozent auf über 107 Dollar.

Powell sprach in seiner Pressekonferenz Klartext. Er bezeichnete die Dienstleistungsinflation als „frustrierend“ und warnte vor einem „Energieschock von erheblicher Größe und Dauer“. Die Märkte reagierten prompt. Der Dow Jones sackte um 769 Punkte oder 1,6 Prozent ab.

Dow Jones Industrial Average Index Chart

Der Arbeitsmarkt schwächelt bereits deutlich

Dabei war die Lage schon vor dem Krieg angespannt. Im Februar verlor die US-Wirtschaft 92.000 Stellen, die Arbeitslosenquote kletterte auf 4,4 Prozent. Das ist eine völlig andere Ausgangslage als 2022, als die Fed das letzte Mal mit einem kriegsbedingten Ölpreisschock konfrontiert war. Damals wurden Hunderttausende Jobs pro Monat geschaffen.

Die Fed-Mitglieder haben ihre Inflationsprognosen angepasst. Fast alle erwarten nun für Ende des Jahres eine Kerninflation von 2,7 Prozent statt der zuvor prognostizierten 2,5 Prozent. Zwölf von 19 Teilnehmern rechnen weiterhin mit mindestens einer Zinssenkung in diesem Jahr, doch die Wahrscheinlichkeit dafür schwindet.

Powells Amtszeit als Fed-Chef endet am 15. Mai, doch er kündigte an, notfalls als geschäftsführender Vorsitzender weiterzumachen. Die Bestätigung seines designierten Nachfolgers Kevin Warsh stockt im Senat. Powell wird bleiben, bis die Untersuchung des Justizministeriums gegen ihn „wirklich vorbei“ ist. Die Märkte müssen sich also auf weitere Unsicherheit einstellen.

Dow Jones-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Dow Jones-Analyse vom 18. März liefert die Antwort:

Die neusten Dow Jones-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Dow Jones-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Dow Jones: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)