Manchmal reicht selbst ein Rekordquartal nicht. Fastly lieferte am Mittwochabend nach US-Börsenschluss Zahlen ab, die auf dem Papier kaum besser hätten sein können, und die Aktie fiel trotzdem um mehr als 22 Prozent im vorbörslichen Handel. So ist das eben, wenn die Erwartungen schon eingepreist sind, bevor die Zahlen kommen.
Alles auf Rekordniveau
Der Umsatz kletterte im ersten Quartal auf 173 Millionen Dollar, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und gut eine Million Dollar über den Schätzungen der Wall Street. Das Security-Segment legte dabei besonders kräftig zu, plus 47 Prozent auf 38,8 Millionen Dollar. Network Services wuchs um 11 Prozent auf 126,2 Millionen Dollar, der kleinere Bereich Other Revenue schoss gar um 67 Prozent nach oben.
Beim Gewinn sah es ähnlich aus. Non-GAAP-Ergebnis je Aktie: 0,13 Dollar. Analysten laut FactSet hatten 0,08 Dollar erwartet. Ein Jahr zuvor stand noch ein Verlust von 0,05 Dollar in den Büchern. Die Bruttomarge verbesserte sich von 53,2 auf 62,5 Prozent, die Non-GAAP-Bruttomarge von 57,3 auf 65,1 Prozent.
Fastly Aktie Chart
Prognose rauf, Kurs runter
Fastly hob dazu noch die Jahresprognose an. Der Umsatz soll nun zwischen 710 und 720 Millionen Dollar liegen, die untere Grenze des alten Rahmens von 700 bis 720 Millionen Dollar wurde also angehoben. Die bereinigte Gewinnspanne je Aktie soll auf 0,27 bis 0,33 Dollar steigen, nach zuvor 0,23 bis 0,29 Dollar.
Und dennoch: Absturz.
Das eigentliche Problem heißt 210 Prozent
CEO Kip Compton sprach im Earnings Call davon, dass man gut ins Jahr gestartet sei. Das stimmt. Nur hatte die Aktie das schon lange vorher gewusst. Fastly war seit Jahresbeginn um mehr als 210 Prozent gestiegen, bevor die Quartalszahlen überhaupt veröffentlicht wurden. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen sprangen um 63 Prozent auf 369 Millionen Dollar, auch das eigentlich ein starkes Signal. Doch wer 210 Prozent Kursgewinn im Rücken hat, braucht keine starken Signale mehr. Er braucht Wunder.
Wunder lieferte Fastly nicht. Nur ein Rekordquartal. Das reichte nicht. Die Anleger streichen lieber erst einmal die aufgelaufenen Gewinne ein.
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