Mieteinnahmen legen zu, der Gewinn schrumpft trotzdem — und die Anleger reagierten prompt mit Verkäufen. Der schwedische Immobilienkonzern Fastighets AB Balder hat am Dienstag seine Halbjahreszahlen vorgelegt, und die Reaktion an der Börse fiel deutlich aus: Die Aktie fiel im frühen Handel um rund 4,5 Prozent und rutschte damit in die Nähe ihres 52-Wochen-Tiefs.
Gewinn sinkt, Mieten steigen
Der Gewinn aus der Immobilienbewirtschaftung ging im ersten Halbjahr auf 3,005 Milliarden schwedische Kronen zurück, nach 3,394 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Je Aktie entspricht das einem Rückgang von 11 Prozent auf 2,36 Kronen. Der Hauptgrund liegt nicht im operativen Geschäft: Die Vorjahreszahlen enthielten noch Gewinnbeiträge aus der Beteiligung an Norion Bank, die inzwischen weggefallen sind. Bereinigt um diesen Effekt wäre der Gewinn je Aktie sogar um 3 Prozent gestiegen — trotz Gegenwind durch Währungseffekte und höhere Zinsaufwendungen.
Die Mieteinnahmen wuchsen unterdessen auf 7,029 Milliarden Kronen von 6,825 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern für die Aktionäre der Muttergesellschaft belief sich auf 2,832 Milliarden Kronen, nach 3,461 Milliarden im Vorjahreszeitraum, was 2,40 Kronen je Aktie entspricht. Der langfristige Nettovermögenswert je Aktie kletterte derweil auf 94,30 Kronen von 91,19 Kronen.
Verschuldung übersteigt eigene Zielmarke
Operativ zeigt sich Balder robust: Die Vermietungsquote liegt stabil bei 95 Prozent, das Portfolio im Wert von 240,8 Milliarden Kronen verteilt sich breit auf Wohn- und Gewerbeimmobilien in mehreren nordeuropäischen Metropolregionen. Rund 80 Prozent der Bestände liegen in Hauptstädten und größeren Ballungszentren.
Der wunde Punkt sind die Schulden. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA liegt bei 12,8 — deutlich über der eigenen Zielmarke von 11,0. Die Eigenkapitalquote von 37,0 Prozent verfehlt ebenfalls das Unternehmensziel von über 40 Prozent, während die Nettoverschuldung im Verhältnis zur Bilanzsumme mit 50,4 Prozent knapp über der 50-Prozent-Marke liegt. Einzig der Zinsdeckungsgrad erfüllt mit 2,5 die Vorgabe von mindestens 2,0.
Immerhin verfügt Balder über eine Liquiditätsreserve von 23,3 Milliarden Kronen. Eine Anleihefälligkeit über eine Milliarde Euro im Januar 2027 sei nach Unternehmensangaben bereits weitgehend vorfinanziert. Im Berichtsquartal kaufte das Unternehmen zudem rund 16 Millionen eigene Aktien zurück — ein Signal, das Management sieht die aktuelle Bewertung im Verhältnis zum Nettovermögenswert als attraktiv an.
CEO Sharam Rahi betonte, die vier Grundpfeiler der Strategie blieben unverändert: Kapitalallokation und Finanzierung, voll vermietete Immobilien, disziplinierte Investitionen sowie zufriedene Kunden und Mitarbeiter. Das Unternehmen kündigte zudem ein Digitalisierungsprogramm an, das 2026 und 2027 einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in Kronen jährlich kosten und über zwei bis drei Jahre laufen soll. Ob die schrittweise Rückführung der Verschuldung in Richtung der 11er-Marke gelingt, dürfte in den kommenden Quartalsberichten der zentrale Beobachtungspunkt bleiben.
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