Eine doppelte Belastung hat die Aktie des japanischen Automatisierungsspezialisten Fanuc am Dienstag massiv unter Druck gesetzt. Der Kurs stürzte um 9,17 Prozent auf 38,15 Euro ab – der stärkste Tagesverlust seit Monaten.
Auslöser war eine Herabstufung durch ein großes US-Wertpapierhaus. Die Analysten senkten ihr Rating von „Bullish“ auf „Neutral“. Es ist ein vorsichtigerer Blick auf die kurzfristigen Chancen nach den jüngsten Kursgewinnen.
Das Kursziel hoben sie dagegen leicht an, von 7.000 auf 7.500 Yen. Der Durchschnitt der 13 Analysten, die Fanuc verfolgen, liegt bei rund 7.579 Yen. Das ist immerhin etwas höher als die neue Einzelschätzung.
Abverkauf in Asien
Fanuc steht mit dem Absturz nicht allein. Der breite asiatische Markt zeigte sich schwach. Der Nikkei und der KOSPI verloren zwischen drei und vier Prozent. Viele Anleger bezweifeln, dass die KI-getriebene Rally der letzten Monate noch lange anhält.
Hinzu kommen Nachrichten über steigende Kosten in der Technologie-Lieferkette. Gleichzeitig zieht Kapital aus Hardware- und Halbleiterwerten ab – und wandert in Unternehmenssoftware. Ein klassischer Sektor-Rotation, der Fanuc als Industrieroboter-Hersteller besonders trifft.
Die Aktie notiert gut 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 48,50 Euro aus dem Mai. Damit ist der Aufwärtstrend der ersten Jahreshälfte erstmal gestoppt. Der RSI von 44,8 Punkten deutet darauf hin, dass die Korrektur noch nicht abgeschlossen sein muss.
Fanuc investiert zwar kräftig in kollaborative Roboter und KI-Integration. Der globale Markt für Cobots soll 2024 auf 4,5 Milliarden Dollar wachsen. Doch kurzfristig dominieren die konjunkturellen Sorgen und die straffere Geldpolitik der US-Notenbank das Bild für den Automatisierungssektor.
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