Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer Facc blickt auf ein wachstumsstarkes Jahr und peilt erstmals in der Konzerngeschichte die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro an.
Wie das Unternehmen im Rahmen einer Prognoseanhebung mitteilte, wird für das Gesamtjahr 2026 ein Erlöswachstum zwischen 10 % und 15 % erwartet. Parallel dazu konkretisierte das Management die Zielsetzung für die operative Marge (EBIT-Marge), die nun in einer Spanne von 5,25 % bis 6,25 % prognostiziert wird.
Deutliche Ergebnisverbesserung im ersten Halbjahr
Grundlage für den Optimismus sind die am vergangenen Mittwoch vorgelegten Geschäftszahlen für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres. Demnach steigerte der Konzern seinen Umsatz um 8,6 % auf 526,3 Millionen Euro. Besonders deutlich fiel das Plus beim operativen Ergebnis (EBIT) aus, das um 38 % auf 25,3 Millionen Euro zulegte. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 4,8 %, nach einem niedrigeren Niveau im Vorjahreszeitraum.
Neben der rein operativen Entwicklung verbesserte sich auch die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Der Free Cashflow kletterte im ersten Halbjahr um 54 % auf 48,9 Millionen Euro. Zeitgleich gelang es der Facc-Gruppe, die Nettoverschuldung im Berichtszeitraum von zuvor 218,7 Millionen Euro auf 182,7 Millionen Euro zurückzuführen. Diese Entwicklung unterstreicht die Effizienzsteigerungen in den globalen Fertigungsprozessen des Zulieferers.
Ausbau der Kapazitäten in Österreich und Indien
Um die steigenden Abrufe der großen Flugzeughersteller, insbesondere in den Bereichen Aerostructures und Cabin Interiors, bedienen zu können, investiert Facc massiv in den Ausbau der Infrastruktur.
Laut einer Meldung der APA ist am Standort St. Martin ein neues High-Tech-Produktionswerk geplant, wofür ein Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro vorgesehen ist. Die Erweiterung soll sicherstellen, dass die Kapazitäten mit den langfristigen Lieferverträgen des Konzerns Schritt halten.
Parallel dazu treibt das Management die Internationalisierung der Lieferkette voran. Medienberichten zufolge wird die Fertigungspartnerschaft mit dem indischen Spezialisten Kineco Aerospace erweitert.
Für den gemeinsamen Kunden Airbus sollen künftig mehrere tausend Bauteile pro Jahr in Indien gefertigt werden, wobei der Serienstart für Ende 2027 ins Auge gefasst wird. Zur technischen Planung und Qualitätsüberwachung vor Ort wurde der Standort FACC India in Pune bereits auf 130 Beschäftigte ausgebaut.
Die positive operative Dynamik spiegelt sich auch im Kursverlauf wider. Das Papier notiert aktuell bei 16,06 Euro, was einem Plus von 3,8 % am heutigen Handelstag entspricht. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um 41 % zulegen, womit sie zu den stärksten Werten ihres Sektors zählt.
Die Mehrheit der Anteile verbleibt unterdessen in festen Händen: Der Hauptaktionär AVIC kontrolliert weiterhin rund 55,5 % der Stimmrechte, während sich der Rest im Streubesitz befindet.
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