Die Europäische Zentralbank hält an ihrem datengetriebenen Kurs fest — und die Datenlage gibt ihr gerade reichlich zu denken. Steigende Ölpreise, hartnäckige Inflationserwartungen und ein schwelender Konflikt im Nahen Osten rücken mögliche Zinserhöhungen zunehmend ins Zentrum der Debatte.
EZB-Ratsmitglied Martins Kazaks machte heute deutlich, dass die Notenbank weiterhin von Sitzung zu Sitzung entscheiden wird — ohne sich auf einen festen Pfad festzulegen. Eine ausbleibende Maßnahme im April schließe spätere Schritte keineswegs aus. Kazaks ergänzte, dass ein Zinsanstieg ausdrücklich in Betracht käme, sollten steigende Ölpreise die Inflationserwartungen aus ihrer Verankerung lösen.
Zwei Erhöhungen bis Jahresende?
Genau dieses Szenario gewinnt an Kontur. Marktbeobachter und Ökonomen diskutieren inzwischen offen, ob die EZB noch 2026 zweimal an der Zinsschraube drehen könnte. Der Pimco-Stratege Konstantin Veit hält bis zu zwei Schritte von insgesamt 50 Basispunkten für realistisch — und liegt damit leicht unter dem, was die Finanzmärkte aktuell einpreisen.
Veit verweist auf drei Belastungsfaktoren: den anhaltenden Krieg im Nahen Osten, gestiegene Inflationserwartungen und eine Kerninflation, die sich noch immer nicht vollständig normalisiert hat. Einen aggressiven Zinserhöhungszyklus wie 2022 erwartet er allerdings nicht. Der Arbeitsmarkt zeige sich schwächer, die Fiskalpolitik sei weniger expansiv — zwei Schritte wären demnach vor allem ein Signal der geldpolitischen Vorsicht, kein Zeichen einer neuen Straffungswelle.
Euro im Aufwind
An den Devisenmärkten schlägt sich die veränderte Erwartungslage bereits nieder. Der Euro legte heute gegenüber dem japanischen Yen zu und notierte nahe 184,90. Händler preisen ein, dass erste Zinserhöhungen bereits ab Juni 2026 möglich sein könnten — ein Zeitrahmen, der noch vor wenigen Wochen kaum im Raum stand.
Dass die EZB trotz gedämpfter Konjunkturaussichten den Inflationsauftrag über alles stellt, betont auch Veit ausdrücklich: Ein Wachstumsmandat hat Frankfurt nicht. Genau diese Haltung dürfte die Märkte in den kommenden Wochen weiter beschäftigen — zumal mit Mario Draghi heute in Aachen geehrt wurde, dem Mann, der die Notenbank einst mit dem Versprechen „whatever it takes“ aus der Krise führte. Eine andere Zeit, eine andere EZB.
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