ExxonMobil sortiert sein Portfolio neu. Der Ölkonzern prüft den Verkauf seines Downstream- und Terminalgeschäfts in Neuseeland — ein Deal, den Analysten auf bis zu eine Milliarde Dollar schätzen. Goldman Sachs soll den Prozess begleiten.
Weg von reifen Märkten
Der mögliche Rückzug aus Neuseeland reiht sich in eine klare Strategie ein: ExxonMobil trennt sich schrittweise von etablierten Downstream-Märkten, um Kapital in wachstumsstarke Upstream-Projekte umzulenken. Zuletzt hatte das Unternehmen bereits Einzelhandelsaktiva in Singapur veräußert.
Die Erlöse aus einem Neuseeland-Verkauf würden die Liquidität weiter stärken. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres verfügte ExxonMobil über eine Kassenposition von 10,7 Milliarden Dollar — ergänzt durch eine frisch platzierte Anleihe über rund 169 Millionen Dollar mit variablem Zinssatz und Laufzeit bis 2076.
Guyana und Permian bleiben im Fokus
Während das Unternehmen reife Märkte abgibt, investiert es gezielt in seine Kernprojekte. In Guyana vergab ExxonMobil kürzlich FEED-Verträge an SBM Offshore für das Longtail-Projekt — ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu erweiterter Förderkapazität. Die Gesamtproduktion soll bis Ende 2026 auf rund 4,9 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag steigen.
Das Investitionsbudget für 2026 liegt bei 27 bis 29 Milliarden Dollar. Finanziert wird das unter anderem durch den hohen Ölpreis: Brent notiert derzeit über 100 Dollar je Barrel, was das laufende Aktienrückkaufprogramm von 20 Milliarden Dollar jährlich stützt.
Exxon Mobil Corporation Aktie Chart
Aktie auf Allzeithoch
Die ExxonMobil-Aktie erreichte zuletzt ein 52-Wochen-Hoch und liegt damit rund 67 Prozent über ihrem Tief aus dem vergangenen Sommer. Institutionelle Investoren bauten ihre Positionen zuletzt deutlich aus — mehrere Vermögensverwalter meldeten in ihren jüngsten 13F-Einreichungen Aufstockungen zwischen 7 und 32 Prozent.
Mittelfristig erwartet das Management bis 2030 einen kumulierten Überschuss-Cashflow von rund 145 Milliarden Dollar — kalkuliert auf Basis eines konservativen Brent-Preises von 65 Dollar. Bei den aktuell deutlich höheren Notierungen dürfte der Spielraum für Ausschüttungen an Aktionäre erheblich größer ausfallen.
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