Sechs Schiffe. Mehr nicht passierten am Sonntag die Straße von Hormus – der niedrigste Wert seit fünf Wochen. Der Grund: US-Angriffe auf Iran und eine von Präsident Trump verkündete Seeblockade haben aus einer schwelenden Krise einen offenen Konflikt gemacht, der die Ölmärkte durcheinanderwirbelt.
Exxon Mobil profitiert von genau dieser Eskalation. Die Aktie legte am Montag um 3,10 Prozent zu und schloss bei 144,51 US-Dollar. Über die vergangene Woche steht ein Plus von 1,99 Prozent, die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei rund 504 Milliarden Euro.
Exxon übertrifft die gesamte Energiebranche
Der gesamte Energiesektor zog am Montag an, doch Exxon lief der Konkurrenz davon. Während der breite Sektor für fossile Energieträger um 2,17 Prozent stieg, schlug Exxon mit seinem Kursplus von 3,10 Prozent sowohl Chevron (plus 1,96 Prozent) als auch Occidental Petroleum (plus 1,61 Prozent).
Auslöser war ein plötzlicher Angebotsschock am Rohölmarkt. Die Ursache: militärische Verschiebungen in zentralen Förderregionen des Nahen Ostens.
Die Straße von Hormus als Brennpunkt
Der Ausgangspunkt der Rally liegt an einem der wichtigsten Nadelöhre der Weltwirtschaft. Brent-Rohöl, der internationale Referenzwert, stieg am Montag um mehr als 4 Prozent, nachdem die USA und Iran gegenseitig Angriffe geführt hatten. Die September-Kontrakte erreichten 78,82 US-Dollar je Barrel – der höchste Stand seit dem 22. Juni.
Das US-Zentralkommando erklärte, es habe Dutzende Angriffe gegen iranische Ziele geflogen, um Irans Fähigkeit zu Attacken auf Schiffe in der Meerenge zu schwächen. Der Handelstag eskalierte danach weiter. Nach Trumps Ankündigung einer erneuten Seeblockade gegen Iran schoss der Ölpreis um etwa 9 Prozent auf rund 83 US-Dollar je Barrel nach oben.
Iran meldete seinerseits Angriffe der Revolutionsgarden auf US-Militärbasen in Kuwait und Bahrain. Teheran erklärte zudem erneut, die Straße von Hormus geschlossen zu haben – eine Route, über die vor Beginn des Konflikts Ende Februar rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung lief.
Integriertes Geschäftsmodell als Puffer
Exxon profitiert von seiner Struktur als integrierter Ölkonzern. Das Unternehmen deckt Förderung, Raffinerie und Chemie unter einem Dach ab. Diese Breite lässt Exxon von den gestiegenen Margen besonders stark profitieren – institutionelle Investoren suchen aktuell gezielt Zugang zur robusten Cashflow-Basis des Energiesektors.
Der Konflikt trifft Exxon aber auch an einer verwundbaren Stelle. Der Konzern hält einen Anteil am LNG-Exportterminal Golden Pass an der texanischen Golfküste, einem Gemeinschaftsprojekt mit QatarEnergy. Die Inbetriebnahme dieses Terminals verzögert sich bereits wegen Lieferkettenproblemen in diesem Jahr.
Volatilität bleibt hoch vor Quartalszahlen
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von Exxon liegt bei 40,27 Prozent. Das zeigt, wie stark die Aktie im Zuge der neu entflammten Nahost-Krise ausschlägt.
Investoren beobachten nun, ob sich der Preisschub bis zu Exxons Quartalszahlen am 31. Juli hält. Brent notiert weiterhin zwischen 79 und 83 US-Dollar je Barrel, ein Ende des Konflikts an der Straße von Hormus zeichnet sich nicht ab. Die hohe Schwankungsbreite der Aktie dürfte anhalten, solange jede neue Wendung im Konflikt zwischen den USA und Iran die Ölmärkte bewegt.
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