Expedia hat mit seinen Quartalszahlen die eigene Rekordjagd fortgesetzt – und die Analysten ziehen nach. Kaum sind die Zahlen zum zweiten Quartal verdaut, überbieten sich Bank of America, B.Riley und Evercore ISI mit neuen Kurszielen. Der Grund: Das Online-Reiseportal verdient nicht nur mehr, es verdient auch effizienter.
Sommergeschäft übertrifft die Erwartungen
Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 5,76 Dollar die Analystenschätzungen deutlich. Der Umsatz wuchs um 14 Prozent auf 4,32 Milliarden Dollar.
Die Bruttobuchungen kletterten um 12 Prozent auf 33,9 Milliarden Dollar. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 25,9 Prozent – ein Plus von rund zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Unterm Strich verdreifachte sich der Nettogewinn nahezu auf 878 Millionen Dollar. Für das laufende dritte Quartal stellt der Vorstand einen Umsatz zwischen 4,65 und 4,75 Milliarden Dollar in Aussicht, für das Gesamtjahr zwischen 16,05 und 16,22 Milliarden Dollar.
Analysten sehen noch Luft nach oben
BofA-Securities-Analyst Justin Post hob sein Kursziel von 331 auf 358 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Seine Begründung: die robuste Cashflow-Generierung des Unternehmens.
Bei einem Aktienkurs von rund 323 Dollar bewertet der Markt Expedia derzeit nur mit dem siebenfachen 2027er-EBITDA – deutlich günstiger als Booking Holdings mit dem 13-fachen. Auch im Vergleich zu Airbnb gilt Expedia als moderater bewertet. Verbesserte Website-Performance, geringere Marketingabhängigkeit und laufende Kosteneffizienzen könnten laut BofA für eine weitere Höherbewertung sprechen.
Auch andere Häuser zogen nach: B.Riley setzt sein Ziel bei 390 Dollar an, Evercore ISI bei 375 Dollar. Beide verweisen auf den verbesserten Wachstumsausblick fürs Geschäftsjahr sowie auf die anhaltenden Fortschritte bei Marketingeffizienz und Fixkosten.
Ein Wachstumstreiber abseits des Kerngeschäfts bleibt Vrbo: Das Pilotprogramm für gesponserte Ferienhausanzeigen soll laut Unternehmensangaben gut anlaufen und könnte zu einem relevanten zusätzlichen Erlösbaustein werden. Ob die Marge auch in der zweiten Jahreshälfte auf diesem Niveau bleibt, dürfte sich an den Buchungstrends im dritten Quartal zeigen – vor allem daran, wie sich Zimmerübernachtungen und Durchschnittspreise angesichts geopolitischer Unsicherheiten in einzelnen Regionen entwickeln.
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