Evotec Aktie: Umbau greift, Börse atmet auf

Symbolbild, KI-generiert

Der Konzernumbau kommt schneller voran, während Evotec für 2026 weiterhin ein negatives operatives Ergebnis erwartet.

Auf einen Blick:
  • Einsparprogramm übertrifft bisherigen Zeitplan
  • Umsatzziel bis 2030 leicht angepasst
  • Bereinigtes EBITDA bei minus 44,3 Millionen Euro
  • 2026-Prognose sieht operativen Verlust vor

Evotec kommt beim Konzernumbau schneller voran als geplant, räumt aber bei den Mittelfristzielen etwas Spielraum ein. Die Anleger honorieren die Fortschritte: Die Aktie legt am Vormittag im SDAX deutlich zu und zählt zu den stärksten Werten des Tages.

Ziele rücken leicht nach hinten

Statt wie bisher bis 2030 die Umsatzmilliarde zu überspringen, rechnen die Hamburger nun mit „rund einer Milliarde Euro“. Konzernchef Christian Wojczewski sieht zusätzliches Potenzial von einer weiteren Milliarde, falls sich die Partnerprogramme stärker entwickeln als angenommen.

Bei den Margen dauert es länger. Die bereinigte Ebitda-Marge soll bis Ende 2028 bei 20 Prozent liegen und bis Ende 2030 darüber steigen. Zuvor hatte Evotec diese Schwellen jeweils früher angepeilt.

Sparprogramm läuft vor dem Plan

Das Programm „Horizon“ läuft seit dem Frühjahr. Bis Ende September war gut ein Fünftel der bis Ende 2027 geplanten Einsparungen erreicht. Die Kostenbasis soll am Ende um 75 Millionen Euro sinken, bereits 2026 sollen bis zu 30 Prozent davon stehen.

Vier Werke werden geschlossen, drei davon bis Jahresende, das vierte im ersten Quartal 2027. Früheren Angaben zufolge fallen bis zu 800 Stellen weg, etwa die Hälfte ist umgesetzt. Parallel richtet Evotec das Betriebsmodell neu aus und bündelt Kernkompetenzen in Exzellenzzentren. Kommerziell nennt das Management neue Partnerschaften auf Basis der Technologieplattformen und einen wachsenden Kundenstamm.

Zahlen bleiben tiefrot

Die Bilanz zeigt, wie tief der Einschnitt reicht. In den ersten neun Monaten sank der Umsatz um rund 13 Prozent auf gut 465 Millionen Euro. Im dritten Quartal zog er auf knapp 165 Millionen Euro an und übertraf damit die beiden Vorquartale.

Das bereinigte Ebitda rutschte auf minus 44,3 Millionen Euro, nach minus 16,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich steht ein Verlust von gut 195 Millionen Euro.

Die im Sommer gesenkte Prognose bestätigte Evotec. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro und ein bereinigtes operatives Ergebnis zwischen minus 105 und minus 70 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor stand hier noch ein Plus von 41 Millionen.

Kurs auf Zehn-Jahres-Tief

Die Erholung folgt auf einen kräftigen Absturz der Aktie. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast die Hälfte verloren, binnen fünf Jahren mehr als 90 Prozent. Mit rund drei Euro notiert es so tief wie seit über zehn Jahren nicht mehr. In der Corona-Zeit hatte der Kurs noch bei fast 46 Euro gelegen.

Ein Auslöser der Schieflage waren schwache Nachfrage nach der Pandemie, Kostendruck und ein Cyberangriff. Ob die Sparerfolge reichen, zeigt sich zunächst an der Prognose: Sie sieht für 2026 weiter einen operativen Verlust vor, die Werksschließungen sollen bis Ende des ersten Quartals 2027 abgeschlossen sein.

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