Evotec Aktie: Qiagen im Fokus von EQT und KKR

Evotec-Papiere legen um 3,3 Prozent zu, während Branchendaten rückläufige Forschungsbudgets in Deutschland signalisieren. Übernahmegerüchte um Qiagen stützen den Sektor.

Auf einen Blick:
  • Kursplus von 3,3 Prozent
  • Forschungsausgaben in Deutschland sinken
  • Qiagen-Übernahme rückt näher
  • Evotec weiterhin unter Druck

Die Papiere des Hamburger Biotechnologie-Unternehmens Evotec konnten sich am gestrigen Mittwoch deutlich von ihrem jüngsten Tiefstand absetzen. Zum Handelsschluss notierte der Wert bei 3,39 Euro, was einem Plus von 3,3 % gegenüber dem Vortag entspricht. Damit vergrößerte die Aktie den Abstand zu ihrem 52-Wochen-Tief von 3,19 Euro, das erst Mitte Juli markiert worden war. Anleger nutzen das derzeitige Kursniveau offensichtlich für Zukäufe, nachdem der Titel seit Jahresanfang einen Verlust von 38 % verzeichnete.

Forschungsausgaben in Deutschland geraten unter Druck

Während sich die Aktie im gestrigen Handel stabilisierte, trübten neue Branchendaten des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) den längerfristigen Ausblick für den Forschungsstandort Deutschland.

Laut VCI werden die Budgets für Forschung und Entwicklung (FuE) in der Chemie- und Pharmaindustrie im Jahr 2025 zwar voraussichtlich bei knapp 16 Milliarden Euro liegen. Dies entspräche jedoch lediglich einem minimalen Zuwachs von 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Verband warnt zudem vor einer zunehmenden Verlagerung dieser Investitionen in das Ausland.

Die strukturellen Probleme am Standort Deutschland spiegeln sich in den Erwartungen der Unternehmen wider. Den Angaben zufolge rechnen 29 % der Firmen mit sinkenden Forschungsausgaben im Inland, während gleichzeitig 41 % der Betriebe planen, ihre Budgets außerhalb Deutschlands aufzustocken.

Dieser Trend hat bereits dazu geführt, dass der deutsche Anteil an den globalen FuE-Ausgaben von 6,5 % im Jahr 2010 auf voraussichtlich 4,2 % im kommenden Jahr zurückgehen wird. Parallel dazu gewinnt China massiv an Bedeutung und hat seinen Anteil an den weltweiten Patentanmeldungen in den Bereichen Chemie und Pharma auf 19 % fast vervierfacht.

Übernahmespekulationen im Sektor stützen das Sentiment

Trotz der schwierigen Standortbedingungen profitierte Evotec am gestrigen Handelstag von einer allgemeinen Stimmungsaufhellung im Biotech-Sektor. Medienberichten zufolge gibt es neue Bewegung bei möglichen Übernahmen in der Branche.

Im Fokus steht dabei insbesondere Qiagen. Hier sollen die Finanzinvestoren EQT und KKR eine vertiefte Prüfung der Bücher (Due Diligence) eingeleitet haben. Im Gespräch steht ein möglicher Verkaufspreis von 50 US-Dollar je Aktie, was etwa 42,84 Euro entspricht.

Zusätzlich sorgt ein bevorstehender Führungswechsel bei Qiagen für Aufmerksamkeit, wo Jonathan Pratt am 1. September den Posten des CEO übernehmen wird.

Solche Konsolidierungssignale innerhalb der Branche werden von Marktteilnehmern oft als Indikator dafür gewertet, dass Unternehmen nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Monate wieder attraktive Übernahmeziele darstellen könnten. Während Evotec zulegen konnte, verlor der Konkurrent Lonza am gestrigen Tag hingegen 1,15 %.

Für Evotec bleibt die Lage dennoch herausfordernd. Die Aktie kämpft weiterhin mit den Folgen strategischer Neuausrichtungen und Kostensenkungsprogrammen. Der gestrige Kursanstieg bot zwar eine kurzfristige Entlastung, doch im Vergleich zum Vorjahr notiert der Wert immer noch deutlich im Minus.

Investoren blicken nun gespannt auf die kommenden Wochen, um zu sehen, ob die psychologisch wichtige Marke von drei Euro dauerhaft verteidigt werden kann oder ob der Abwärtsdruck erneut zunimmt.

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