Die Evotec-Aktie hat am Dienstag ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Mit einem Minus von 2,5 Prozent schloss das Papier bei 3,16 Euro – nur knapp über der Marke von 3,15 Euro, die den bisherigen Tiefpunkt der vergangenen zwölf Monate markiert. Der Abstand zum Jahreshoch von 7,75 Euro, notiert am 5. November vergangenen Jahres, beträgt inzwischen 59 Prozent.
Kooperation mit Odyssey Therapeutics als Lichtblick
Während die Kurskurve seit Monaten nach unten zeigt, versucht Evotec operativ gegenzusteuern. Anfang der Woche gab das Unternehmen den Start einer KI-gestützten Forschungskooperation mit Odyssey Therapeutics bekannt. Die Partnerschaft zielt auf die Entwicklung neuer Ansätze in der Autoimmun- und Entzündungsforschung ab.
Für ein Unternehmen, dessen Kerngeschäft zuletzt schrumpfte, ist ein solcher Deal ein Signal, dass die Pipeline trotz der Finanzprobleme noch Substanz hat – wie stark sich das allerdings in barer Münze niederschlägt, bleibt offen, da konkrete Vertragskonditionen nicht mitgeteilt wurden.
Dieses Zeichen der operativen Handlungsfähigkeit kann jedoch die tieferliegenden Probleme nicht überdecken. Die am vergangenen Samstag bestätigten Halbjahreszahlen zeigten einen Umsatzrückgang von 19,2 Prozent auf 300,1 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA rutschte auf minus 42,7 Millionen Euro ab – im Vorjahr hatte hier noch ein Minus von lediglich 1,9 Millionen Euro gestanden. Seither hat die Aktie weitere 6,1 Prozent verloren.
Sparprogramm soll Wende einleiten
Evotec setzt intern auf das sogenannte Horizon-Programm, mit dem bis Ende 2027 jährlich 75 Millionen Euro eingespart werden sollen. Bereits bis Ende dieses Jahres will das Unternehmen 20 bis 30 Prozent dieses Ziels erreichen.
Ob das reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, ist fraglich – die technischen Indikatoren sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache: Der 14-Tage-RSI liegt bei 31, was auf eine überverkaufte Situation hindeutet, ohne dass bislang eine Stabilisierung sichtbar wäre.
Immerhin verfügt das Unternehmen noch über eine gewisse finanzielle Reserve. Zum Ende des zweiten Quartals stand eine Netto-Cash-Position von 465,6 Millionen Euro zu Buche. Das verschafft Evotec Zeit, das Sparprogramm umzusetzen und auf eine Erholung der Meilensteinzahlungen zu warten, die laut Unternehmensangaben für die Prognosesenkung im Juli mitverantwortlich waren.
Personelle Bewegungen im Kontrollgremium
Zusätzliche Unruhe bringt ein personeller Wechsel im Aufsichtsrat: Camilla Macapili Languille hat ihren Rücktritt aus dem Supervisory Board erklärt. Der Schritt reiht sich ein in eine Serie von Veränderungen im Kontrollgremium, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten beschäftigt haben.
Die Aktie bewegt sich damit weiterhin deutlich unter ihren gleitenden Durchschnitten – der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 37 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Kursverlust von 42 Prozent zu Buche.
Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob das Sparprogramm und neue Kooperationen wie jene mit Odyssey Therapeutics ausreichen, um den seit Monaten anhaltenden Abwärtstrend zu brechen, bevor die nächsten Meilensteinzahlungen überhaupt in Sicht sind.
Evotec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evotec-Analyse vom 02. September liefert die Antwort:
Die neusten Evotec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evotec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
