Evotec-Aktie: Noch ist die Börse nicht zufrieden

Der Biotech-Konzern Evotec stabilisiert sich durch Verkäufe und Sparmaßnahmen, doch der Jahresbericht im April muss den Weg zur Profitabilität aufzeigen.

Auf einen Blick:
  • Verkauf von Toulouse spült 350 Mio. Dollar in die Kasse
  • Kosteneinsparungen fallen doppelt so hoch wie geplant aus
  • Spaltung zwischen wachsendem Biologics- und schrumpfendem Discovery-Geschäft
  • Aktie notiert deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch

Der Hamburger Biotech-Konzern kämpft an der Börse weiterhin um Bodenbildung, doch ein entscheidendes Datum rückt näher. Während der Verkauf von Unternehmensteilen frische Liquidität in die Kassen spülte, schwächelt das operative Kerngeschäft noch immer. Anleger blicken nun gespannt auf den kommenden April: Wird der Jahresbericht den Beweis liefern, dass der harte Sanierungskurs endlich Früchte trägt?

Liquiditätsspritze trifft auf Sparzwang

Strategisch verschaffte sich Evotec zuletzt durch den Abschluss des Deals mit Sandoz wichtige Luft. Der Verkauf des Standorts in Toulouse spülte rund 350 Millionen US-Dollar in bar in die Kasse, ergänzt durch potenzielle künftige Meilensteinzahlungen. Dieser Schritt markiert den Übergang zu einem weniger kapitalintensiven Geschäftsmodell.

Parallel dazu greifen die internen Restrukturierungsmaßnahmen schneller als geplant. Durch den Abbau von rund 280 Stellen und die Zusammenlegung von Standorten könnten die Einsparungen im Jahr 2025 mit über 60 Millionen Euro doppelt so hoch ausfallen wie ursprünglich veranschlagt. Diese Maßnahmen sind notwendig, denn der Blick auf den Kurszettel zeigt die Skepsis des Marktes: Mit aktuell rund 5,61 Euro notiert die Aktie gut 32 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Evotec SE Aktie Chart

Operative Spaltung belastet

Dass die Aktie trotz der Sparerfolge nicht durchstartet, liegt an der fundamentalen Zweiteilung des operativen Geschäfts. Auf der einen Seite steht die Sparte „Just – Evotec Biologics“, die mit zweistelligen Wachstumsraten die technologische Relevanz des Konzerns unterstreicht.

Dem gegenüber steht jedoch die klassische Wirkstoffforschung („Discovery“). Hier brachen die Umsätze in den ersten neun Monaten 2025 um über 12 Prozent ein. Dieser Rückgang im einstigen Kerngeschäft drückt auf die Stimmung und erklärt, warum die Aktie auf Sicht von 12 Monaten über 21 Prozent an Wert eingebüßt hat. Analysten bewerten die Lage entsprechend uneinheitlich: Während optimistische Stimmen Kursziele bis zu 10 Euro sehen, mahnen andere mit Zielen nahe dem aktuellen Kursniveau zur Vorsicht.

Entscheidung im April

Für Anleger wird der 8. April 2026 zum Stichtag. Mit der Vorlage des Jahresberichts und vor allem der Prognose für das laufende Jahr muss das Management liefern. Es reicht nicht mehr aus, nur Kosten zu senken; der Markt verlangt den Nachweis, dass der Konzern nachhaltig über die Gewinnschwelle springen kann. Gelingt es Evotec nicht, einen glaubwürdigen Pfad zur Profitabilität aufzuzeigen, droht der jüngste Stabilisierungsversuch im Chart zu scheitern.

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