Evotec Aktie: EBITDA-Prognose auf minus 105 Millionen

Evotec senkt Jahresprognose drastisch, die Aktie fällt auf ein neues Zehn-Jahres-Tief. Analysten sehen wenig Erholungspotenzial.

Auf einen Blick:
  • Jahresprognose drastisch gesenkt
  • Aktie erreicht Zehn-Jahres-Tief
  • Deutsche Bank senkt Kursziel
  • Restrukturierungsprogramm Horizon gestartet

Für Evotec-Aktionäre war der Juli ein Einschnitt. Der Wirkstoffforscher aus Hamburg kappte am 13. Juli seine Jahresprognose drastisch und schickte das Papier damit auf ein neues Zehn-Jahres-Tief. Zwei Wochen später notiert die Aktie zwar wieder minimal über dem seither markierten Jahrestief, von einer Stabilisierung kann aber noch keine Rede sein.

Prognosesenkung reißt tiefe Lücken in die Bilanz

Der Umfang der Korrektur überraschte selbst kritische Beobachter. Evotec rechnet für das Gesamtjahr 2026 nun mit einem bereinigten Konzern-EBITDA zwischen minus 70 und minus 105 Millionen Euro – zuvor hatte das Unternehmen noch eine Spanne von 0 bis plus 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Parallel dazu strich Evotec die Umsatzprognose auf 570 bis 610 Millionen Euro zusammen, nachdem zuvor 700 bis 780 Millionen Euro als Ziel galten. Als Gründe nannte das Unternehmen verzögerte Meilensteinzahlungen und einen schleppenderen Abschluss neuer strategischer Partnerschaften.

Untermauert wird die Kurskorrektur durch vorläufige, ungeprüfte Zahlen für das erste Halbjahr: Der Konzernumsatz belief sich demnach auf rund 300,1 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA lag bei etwa minus 42,7 Millionen Euro. Bereits im ersten Quartal hatte sich die Schwäche angedeutet, als der Umsatz von 213,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 156,6 Millionen Euro einbrach und unter dem Strich ein Verlust von 0,69 Euro je Aktie stand.

An der Börse zeigt sich das Ausmaß der Verunsicherung deutlich: Seit Jahresbeginn hat die Aktie 35,93 Prozent an Wert verloren. Aktuell notiert das Papier bei 3,49 Euro und legt im heutigen Handel um 0,81 Prozent zu. Zum 52-Wochen-Tief von 3,19 Euro, das erst am 14. Juli markiert wurde, beträgt der Abstand nun 9,40 Prozent – ein erster, noch zerbrechlicher Hinweis darauf, dass der Ausverkauf an Tempo verliert.

Deutsche Bank sieht wenig Spielraum nach oben

Die Analysten der Deutsche Bank Research reagierten am 16. Juli auf die Prognosesenkung und kappten ihr Kursziel für Evotec von 4,50 Euro auf 3,50 Euro. Die Einstufung beließen sie bei „Hold“ – ein Signal, dass das Haus zwar keine weitere Verschlechterung erwartet, aber auch keine kurzfristige Erholung sieht.

Horizon-Programm und Portfoliobereinigung als Gegenmaßnahmen

Evotec versucht, mit strukturellen Einschnitten gegenzusteuern. Bereits im März hatte das Unternehmen das Transformationsprogramm „Horizon“ gestartet, das die globale Standortstruktur auf zehn Zentren straffen und bis Ende 2027 Kosteneinsparungen von 75 Millionen Euro erbringen soll. Auf der Hauptversammlung im Juni debattierten Aktionäre entsprechend intensiv über die operative Profitabilität und den Fortschritt des Umbaus.

Zusätzlichen finanziellen Spielraum verschaffte sich Evotec durch den Verkauf seiner Beteiligung an dem Biotech-Unternehmen Tubulis: Gilead Sciences übernahm den Anteil im Frühjahr für rund 100 Millionen US-Dollar in bar. Auf der Geschäftsseite meldete die Just-Evotec-Biologics-Sparte Ende Juni zudem den Start von „J.TRAIN“, einer sofort einsatzfähigen Lösung für die kontinuierliche Herstellung von Biologika – ein Signal, dass operative Weiterentwicklung trotz der Finanzkrise weiterläuft.

Blick auf den Halbjahresbericht im August

Entscheidend für die weitere Kursrichtung dürfte der vollständige Bericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr werden, den Evotec für den 13. August angekündigt hat. Anleger werden dort genauer prüfen, ob die im Juli skizzierten Verzögerungen bei Meilensteinzahlungen und Partnerschaftsabschlüssen tatsächlich temporärer Natur sind oder strukturelle Probleme offenlegen. Bis dahin bleibt die Aktie mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 62,72 Prozent ein Papier für risikobereite Investoren.

Evotec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evotec-Analyse vom 30. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Evotec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evotec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Evotec: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)