Evotec Aktie: Berenberg sieht Hürden beim Umbau

Symbolbild, KI-generiert

Dohrmanns Ausscheiden ist wirksam, während Berenberg auf verzögerte Meilensteine und geringe Umsatzplanbarkeit hinweist.

Auf einen Blick:
  • Cord Dohrmanns Rücktritt ist wirksam
  • Berenberg hält an Einstufung „Hold“ fest
  • JST-018-Studie in Phase I gestartet
  • Evotec vereinbart Forschung mit Plectonic

Wissenschaftschef scheidet aus

Der Wirkstoffforscher Evotec durchläuft eine Phase personeller und strategischer Veränderungen. Seit gestern ist das Ausscheiden von Chief Scientific Officer Cord Dohrmann wirksam.

Das Unternehmen hatte am Dienstag mitgeteilt, dass der Wissenschaftsvorstand sein Amt zum 30. September niederlegt. Evotec befindet sich auf der Suche nach einer Nachfolge für die wissenschaftliche Leitung. Gleichzeitig treibt Vorstandschef Christian Wojczewski die Neuausrichtung des Unternehmens voran.

Berenberg sieht Hürden beim Umbau

Die Vakanz im Forschungsressort fällt in eine anspruchsvolle Phase für den Konzern. Medienberichten zufolge hat das Analysehaus Berenberg die Einstufung für Evotec am 25. September auf „Hold“ belassen. Das Kursziel für die Aktie liegt bei 3,60 Euro.

In seiner Einschätzung nach einem Gespräch mit Vorstandschef Wojczewski verwies Berenberg-Analyst Christian Ehmann auf wesentliche Unsicherheiten für die Geschäftsentwicklung. Neben der laufenden kommerziellen Neuausrichtung belasten vor allem verzögerte Meilensteine das Geschehen. Zudem fehle es dem Unternehmen an Planbarkeit bei der Umsatzentwicklung. Diese Faktoren dämpfen die Aussichten auf eine schnelle fundamentale Besserung.

Kooperationen und klinische Entwicklung laufen weiter

Ungeachtet der personellen Zäsur im Vorstand gehen die operativen Projekte in den Laboren weiter. Vor rund zwei Wochen startete die Tochtergesellschaft Just – Evotec Biologics eine klinische Phase-I-Studie mit dem Wirkstoffkandidaten JST-018. Dabei handelt es sich um einen Antikörpercocktail gegen Orthopoxviren. Die Entwicklung erfolgt im Rahmen eines Programms des US-Verteidigungsministeriums.

Vor rund einem Monat vereinbarte Evotec zudem eine Forschungskooperation mit Plectonic Biotech zur Erforschung solider Tumore. Bei diesem Vorhaben soll die BiTco-Plattform von Evotec mit der LOGIBODY-Technologie des Partners kombiniert werden. Beide Vorhaben unterstreichen die wissenschaftlichen Aktivitäten des Konzerns abseits der Managementumbauten.

Aktie notiert über Jahrestief

Am Aktienmarkt spiegelt sich die anhaltende Unsicherheit im Kursverlauf wider. Am heutigen Donnerstag notiert die Evotec-Aktie bei 3,14 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,6 Prozent entspricht. Zwar liegt das Papier damit über dem 52-Wochen-Tief von 2,71 Euro, das am 25. September markiert worden war. Dennoch mahnen die Verzögerungen bei Meilensteinen und die fehlende Umsatztransparenz zur Vorsicht.

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