Berenberg hat Evonik von „Hold“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 14,60 auf 11,60 Euro gesenkt, ein Abschlag von rund 21 Prozent. Der Kern der Kritik liegt weniger in einzelnen Quartalszahlen als vielmehr in grundsätzlichen Zweifeln an der Ertragskraft der kommenden Jahre. Berenberg bezweifelt, dass Evonik in der Lage sein wird, Preise insbesondere im wichtigen Methionin-Geschäft, stabil zu halten und gleichzeitig die Volumina ausreichend zu steigern.
Parallel dazu treibt Evonik seine strukturelle Neuaufstellung weiter voran. Zum 1. Januar 2026 ist die neue Infrastrukturtochter SYNEQT gestartet, in der die Chemieparks Marl und Wesseling gebündelt werden. Rund 3.500 Mitarbeiter sind in diese Einheit gewechselt, die künftig Infrastruktur- und Site-Services verantwortet und die Standorte schrittweise zu klimaneutralen Industrie-Ökosystemen entwickeln soll. Strategisch verfolgt Evonik damit das Ziel, die Infrastruktur stärker vom Kerngeschäft der Spezialchemie zu trennen, um beiden Bereichen klarere Profile und eigenständige Entwicklungsperspektiven zu geben.
Evonik Aktie Chart
Abwärtstrend bleibt stabil
Die Evonik-Aktie befindet sich seit den Abverkäufen im vergangenen Jahr weiterhin in einem Abwärtstrend. Dieser ist optisch gut erkennbar und lässt sich mit einem Trendkanal auch visuell sauber darstellen. Aktuell könnte es zwar zu einer Erholung kommen, doch bis zu einem Bruch des Abwärtstrends hat der Kurs noch Luft nach oben. Dieser wäre erst mit einem Ausbruch über die Hochs bei rund 15 Euro vollzogen.
Auf dem Weg nach oben rückt zudem die 100-Tagelinie in den Fokus. Für Kauf-Chancen würde ich abwarten, bis der Trend tatsächlich gebrochen ist. Auf der Verkaufsseite könnten Rückläufe in den Bereich der Tiefs um 14,15 Euro sowie an die Hochs bei rund 15 Euro interessante Chancen bieten. Hier ließe sich dann auf eine Fortsetzung des übergeordneten Abwärtstrends setzen.
Ihr Konrad
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