Evonik formiert den Widerstand gegen eine Übernahme. Wie das Handelsblatt heute berichtet, wirbt der Spezialchemiekonzern bei Investoren, Gewerkschaften und in der Politik aktiv für den Erhalt seiner Eigenständigkeit. Die Unternehmensführung versucht damit, eine Übernahme durch BASF aus eigener Kraft abzuwenden.
Widerstand gegen Milliardenofferte
Die Initiative folgt auf einen Vorstoß aus Ludwigshafen. Das Handelsblatt bezifferte ein früheres Angebot von BASF auf rund zehn Milliarden Euro. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters lag die Offerte bei rund 22,15 Euro je Aktie. Der Evonik-Vorstand wies den Vorschlag jedoch als unzureichend zurück.
Eine entscheidende Rolle im Übernahmekampf spielt der Großaktionär. Vor gut einer Woche bestätigte BASF Sondierungsgespräche mit Evonik und der RAG-Stiftung; seither legte die Aktie um 3,0 Prozent zu. Die Stiftung hält rund 43,8 Prozent der Anteile.
Um die Stiftung von einem Alleingang zu überzeugen, setzt das Management auf eine breite Front. Der Erhalt strategischer Kompetenzen und gewachsener Strukturen dient als Hebel, um Kapitalvertreter wie auch politische Akteure hinter dem Eigenständigkeitskurs zu versammeln.
Zuspruch von Analystenseite
Die anhaltenden Spekulationen spiegeln sich auch in den Einschätzungen der Marktbeobachter wider. Am Montag stufte das Analysehaus Berenberg die Aktie von „Sell“ auf „Hold“ hoch. Analyst Sebastian Bray hob das Kursziel von 15,50 Euro auf 20 Euro an und verwies auf das stützende Übernahmeinteresse. Das Analysehaus Parmantier & Cie. vergab am Dienstag ebenfalls das Votum „Halten“ mit einem Kursziel von 20,50 Euro.
An der Börse sorgte das Tauziehen für deutlichen Auftrieb. Der Kurs liegt bei 21,22 Euro und damit 1,4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 21,52 Euro.
Operativer Fokus bleibt bestehen
Ungeachtet der Übernahmedebatte treibt Evonik das operative Geschäft voran. Zu den jüngsten Projekten zählt die Entwicklung einer biologisch abbaubaren Polymerplattform für die Arzneimittelabgabe sowie der Ausbau biotechnologischer Kapazitäten am slowakischen Standort Fermas. Am 3. November 2026 legt das Unternehmen die Zahlen für das dritte Quartal vor, die zeigen werden, wie sich die Geschäfte im Schatten des Übernahmepokers entwickeln.
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