BASF zieht bei einer möglichen Übernahme von Evonik eine klare finanzielle Grenze. Vorstandschef Markus Kamieth sagte heute laut Reuters, BASF werde keinen überhöhten Preis zahlen. Für Evonik-Aktionäre begrenzt diese Aussage die Hoffnung auf weitere Zugeständnisse: Kamieth bezeichnet einen Zusammenschluss zwar als sinnvoll, will dafür aber nicht von den finanziellen Vorgaben abweichen.
Preisdisziplin statt offener Bieterbereitschaft
Damit stellt BASF den wirtschaftlichen Nutzen für die eigenen Aktionäre in den Mittelpunkt. Das Interesse an Evonik ist nach Kamieths Aussagen vorhanden. Daraus folgt jedoch keine Bereitschaft, eine Transaktion unabhängig vom Preis zu verfolgen. Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Strategisches Interesse und finanzielle Einigungsbereitschaft sind nicht dasselbe.
Medienberichten zufolge hatte BASF das Übernahmeangebot vor gut einer Woche auf 24 Euro je Aktie erhöht. Das entspräche einem Volumen von mehr als 11 Milliarden Euro. Evonik prüft demnach die Offerte; BASF hofft auf die Aufnahme von Verhandlungen.
Die heutige Aussage liefert damit vor allem eine Einordnung der Verhandlungsposition. Kamieth verbindet seine Zustimmung zur industriellen Logik mit einer Preisgrenze. Eine konkrete Obergrenze über das berichtete Angebot hinaus nannte er dabei nicht. Anleger sollten die positive Bewertung eines Zusammenschlusses deshalb nicht mit einer Zusage für weitere Angebotsschritte verwechseln.
Syneqt zeigt unterschiedliche Vorstellungen
Neben dem Kaufpreis steht die künftige Aufstellung von Unternehmensteilen im Blick. Die Evonik-Tochter Syneqt pochte gestern laut Reuters auf ihre Eigenständigkeit. Sie will einen neuen Eigentümer suchen. BASF hatte zuvor signalisiert, die Chemieparks in Marl und Wesseling selbst weiterbetreiben zu können.
Syneqt erklärte zugleich, die rund 3.500 Arbeitsplätze seien nicht gefährdet. Die Aussagen verdeutlichen unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Eigentümerstruktur und den Betrieb der Standorte.
Für die Einordnung des Übernahmevorstoßes ist das relevant. Die Debatte umfasst nicht allein die Bewertung von Evonik, sondern auch die Frage, wie einzelne Aktivitäten künftig organisiert werden sollen. Syneqts Position ergänzt damit die finanzielle Grenze, die Kamieth heute betont hat.
Quartalsmitteilung als nächster Termin
Evonik hat die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 für den 3. November angekündigt. Dieser Termin richtet den Blick neben der Übernahmedebatte auf die Geschäftsentwicklung.
Bis dahin prägt eine klare Einschränkung die Bewertung des BASF-Interesses: Ein Zusammenschluss soll aus Sicht des potenziellen Käufers wirtschaftlich überzeugen. Die strategische Begründung allein reicht Kamieth dafür nicht.
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