Evonik setzt in der Pharmasparte einen weiteren Baustein. Der Essener Konzern investiert mehr als 150 Millionen kanadische Dollar, umgerechnet rund 93 Millionen Euro, in eine neue GMP-Produktionsanlage für lipidbasierte Wirkstoffabgabe in Vancouver. Die kanadische Regierung steuert über ihren Strategic Response Fund bis zu 68 Millionen kanadische Dollar bei, etwa 42 Millionen Euro.
Im Zentrum steht die Technologie hinter Lipid-Nanopartikeln (LNP) — jener Wirkstoffträger, der spätestens durch die COVID-19-Impfstoffe bekannt wurde und heute als Schlüsseltechnologie für mRNA-basierte Medikamente gilt. Der globale LNP-Markt soll bis 2034 auf 2,7 Milliarden Dollar wachsen. Evonik will an dieser Entwicklung nicht nur teilhaben, sondern sie mitgestalten.
Verdreifachung der Kapazität bis Ende des Jahrzehnts
Die neue Anlage soll die bestehenden Produktionskapazitäten am Standort mehr als verdreifachen. Parallel dazu verbessert Evonik Qualitätskontrolle und mikrobiologische Testverfahren — ein Schritt, der die Freigabezeiten für klinische Produkte verkürzen soll. Die Produktion soll Ende 2029 anlaufen, das Projekt ist also auf lange Sicht angelegt.
Vancouver ist dabei kein Zufallsstandort. Evonik Vancouver Laboratories, hervorgegangen aus den früheren Firmen Transferra Nanosciences und Northern Lipids, gilt seit den 1990er-Jahren als Pionier in der lipidbasierten Wirkstoffabgabe.
British Columbia beherbergt Kanadas am schnellsten wachsenden Life-Sciences-Sektor mit über 2.000 Unternehmen und fast 20.000 Beschäftigten, gestützt auch durch die University of British Columbia als Innovationsquelle.
Teil eines globalen Netzwerks
Die Investition reiht sich in ein bestehendes Produktionsnetzwerk ein, das von Vancouver über Birmingham in Alabama bis zu den deutschen Standorten Dossenheim und Hanau reicht. Hinzu kommt eine im Aufbau befindliche Lipid-Anlage in Lafayette, Indiana. Evonik positioniert sich damit als durchgängiger Partner für Pharma- und Biotech-Kunden — von der frühen Formulierungsentwicklung bis zur kommerziellen Belieferung.
Für den Custom-Solutions-Bereich, zu dem das Geschäft mit pharmazeutischen Inhaltsstoffen gehört, war 2025 mit einem Umsatz von 5,4 Milliarden Euro eines der tragenden Segmente des Konzerns. Die Vancouver-Investition zeigt, dass Evonik dieses Feld trotz der laufenden Konzernumbauten weiter ausbaut — mit Blick auf ein Marktsegment, das über das Jahrzehnt hinweg deutlich wachsen soll.
Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:
Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
