Die Aktie von Evonik verzeichnete am heutigen Dienstag ein Kursplus von 2,4 Prozent auf 21,46 Euro. Marktberichte nannten für die Bewegung im Tagesverlauf zwar keinen einzelnen Auslöser, doch das Umfeld des Spezialchemiekonzerns bleibt von anhaltenden Spekulationen über das Übernahmeinteresse von BASF geprägt.
Laut einem Bericht des Handelsblatts drängt BASF auf Gespräche mit Evonik. Der Ludwigshafener Konzern stelle dabei eine höhere Offerte sowie Beschäftigungszusagen in Aussicht. Investoren und Analysten rechnen laut dem Bericht mit einem möglichen Preis von rund 25 Euro je Evonik-Aktie.
Bereits vor rund zwei Wochen hatten erste Sondierungen von BASF bezüglich einer Übernahme von Evonik für Bewegung an den Märkten gesorgt. Reuters berichtete zudem unter Berufung auf Insider, dass ein ursprüngliches Angebot nicht das letzte Wort sein müsse.
Gestern meldete die Nachrichtenagentur unter Berufung auf zwei Personen aus dem Konzernumfeld, dass BASF bereit wäre, Standort- und Beschäftigungsgarantien bei einem Zusammenschluss unangetastet zu lassen.
Reaktionen aus Politik und Gewerkschaft
Die Diskussionen um einen möglichen Eigentümerwechsel stoßen auf deutliche Reaktionen im Umfeld des Essener Konzerns. Am Donnerstag stellten Michael Vassiliadis und Alexander Bercht von der Gewerkschaft IG BCE in einem Schreiben an die Betriebsräte einen vollständigen Verkauf des Evonik-Pakets an BASF infrage und warnten vor Schnellschüssen.
Am Freitag ließ sich das Kuratorium der RAG-Stiftung über das Übernahmeinteresse informieren. Eine Entscheidung über die Offerte wurde laut Medienberichten jedoch nicht getroffen, das Gremium sehe zunächst die beiden Chemieunternehmen am Zug.
Bereits am 7. Oktober hatte die SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen vorgeschlagen, eine Beteiligung des Landes an Evonik zu prüfen, damit das Land gemeinsam mit der RAG-Stiftung mehr als 50 Prozent plus X an dem Unternehmen halten könne.
Analysten heben Kursziele an
Die jüngsten Entwicklungen spiegeln sich auch in den Einschätzungen von Analysehäusern wider. Die LBBW hob heute ihr Kursziel für Evonik von 18,50 auf 22,00 Euro an und bestätigte die Einstufung auf „Halten“.
Am 5. Oktober hatte bereits Berenberg die Aktie von „Verkaufen“ auf „Halten“ heraufgestuft und das Kursziel von 15,50 auf 20,00 Euro erhöht. Berenberg begründete die Anpassung mit dem Übernahmeinteresse von BASF und der damit verbundenen stützenden Wirkung für den Aktienkurs.
Mit den jüngsten Kursgewinnen notiert das Papier in Reichweite seines 52-Wochen-Hochs von 21,62 Euro, das am vergangenen Freitag markiert worden war. Neue operative Impulse erwarten Anleger zu Beginn des kommenden Monats: Am 3. November will Evonik seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorlegen.
Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 13. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
