Die DZ Bank hat Evonik am Dienstag von „Kaufen“ auf „Halten“ zurückgestuft. Der faire Wert blieb bei 22 Euro. Das Analysehaus begründete die Abstufung mit begrenzten Chancen auf eine höhere BASF-Übernahmeprämie und dem Risiko, dass die Übernahmefantasie nachlässt.
Übernahmeprämie begrenzt die Erwartungen
Das vor gut einer Woche erhöhte BASF-Angebot belief sich auf 24 Euro je Aktie. Evonik lehnte Verhandlungen darüber ab und erklärte sich lediglich zu einem rein informativen, vertraulichen Austausch bereit. Nach Prüfung des BASF-Schreibens sah der Vorstand keine Grundlage für Übernahmeverhandlungen.
Interimschef Claus Rettig erklärte gegenüber der FAZ, Evonik könne die von BASF in Aussicht gestellten Wertbeiträge selbst erzielen. Er pochte auf die Eigenständigkeit des Konzerns. Die DZ Bank verwies bei ihrer Abstufung dagegen ausdrücklich auf das Risiko nachlassender Übernahmefantasie.
Auch JPMorgan blieb nach einer Kurszielanhebung zurückhaltend: Das Haus erhöhte am Mittwoch sein Ziel von 14 auf 15 Euro und bestätigte die Einstufung „Underweight“. Ein weiteres Analysehaus hob am selben Tag sein Kursziel von 20,00 auf 22,50 Euro an und bestätigte seine Halteempfehlung.
Höhere Ergebnisprognose als operativer Hintergrund
Mit den Quartalszahlen meldete Evonik für das dritte Quartal 2026 einen Anstieg des bereinigten EBITDA um 40 Prozent. Das Ergebnis erreichte 629 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Evonik das bereinigte EBITDA in der oberen Hälfte seiner Prognosespanne. Diese reicht von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro.
Am Dienstag berichtete Evonik außerdem über eine Investition von 52 Millionen Euro am Standort Essen-Goldschmidtstraße. Die neue Produktionsanlage und das Tanklager sollen die Kapazitäten für organomodifizierte Silikone ausbauen und die Versorgungssicherheit stärken.
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