BASF verbindet das Werben um Evonik mit Zusagen an die Beschäftigten. BASF-Chef Markus Kamieth erklärte am Donnerstag in einer Videobotschaft laut Reuters, betriebsbedingte Kündigungen blieben bis 2032 ausgeschlossen. Tarifverträge und Sozialpartnerschaft sollten unangetastet bleiben. Damit adressiert BASF neben dem Kaufpreis auch die Bedingungen einer möglichen Übernahme. Eine Einigung mit Evonik lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.
Für Anleger sind damit zwei Ebenen zu unterscheiden: die finanziellen Konditionen der Offerte und die angekündigten Leitplanken für die Belegschaft. Die Beschäftigungszusagen ergänzen das Angebot. Sie beantworten aber nicht die Frage, ob Evonik auf dieser Grundlage in Übernahmegespräche einsteigt.
Höheres Gebot, weiterhin offener Ausgang
Am Freitag berichtete Reuters unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen über ein erhöhtes Angebot von 24 Euro je Aktie. Damit würde Evonik mit mehr als 11 Milliarden Euro bewertet. Die frühere Offerte hatte bei 22,15 Euro je Aktie gelegen.
BASF erhoffte sich davon den Einstieg des Evonik-Managements in Gespräche. Evonik prüfte die Offerte laut einem Insider. Das ist ein anderer Verfahrensstand als eine Zustimmung oder ein vereinbarter Zusammenschluss. Evonik und die RAG-Stiftung lehnten eine Stellungnahme ab.
Die Aussagen zur Beschäftigung sind daher als Bestandteil des Übernahmewerbens einzuordnen. Reuters berichtete über Kamieths Zusagen, nicht über eine mit Evonik vereinbarte Übernahmeregelung. Auch der höhere Preis hebt diesen Unterschied nicht auf. Für die Bewertung der Situation bleibt entscheidend, ob aus dem Angebot tatsächlich Verhandlungen und anschließend eine Einigung entstehen.
Evonik prüft zugleich einen eigenen Zukauf
Parallel dazu verfolgt Evonik eine mögliche eigene Transaktion. Am Donnerstag berichtete das Handelsblatt, das Unternehmen prüfe seit Längerem einen US-Zukauf. Im Blick stehe insbesondere der Spezialchemiekonzern Ashland. Die Prüfung befinde sich in einem frühen Stadium; ein Abschluss sei nicht gesichert. Laut Reuters lehnte Evonik eine Stellungnahme ab.
Damit stehen zwei unterschiedliche strategische Möglichkeiten nebeneinander: Evonik als Übernahmeziel von BASF und Evonik als möglicher Käufer. Keine davon ist als abgeschlossene Transaktion zu behandeln.
Die Beschäftigungszusagen konkretisieren BASFs Werben, während Evoniks eigene Zukaufsprüfung eine weitere offene Perspektive bildet. Für Anleger zählt deshalb nicht allein die Höhe des Gebots, sondern vor allem der nächste bestätigte Schritt der Beteiligten.
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