Die Lage beim Spezialchemiekonzern Evonik bleibt von einer strategischen Hängepartie geprägt. Während der Konzern am 3. November 2026 seinen Bericht für das dritte Quartal vorlegt, sorgt das Übernahmeinteresse von BASF weiterhin für Diskussionen im Umfeld des Unternehmens.
Nach der Zurückweisung eines ersten Gebots über 22,15 Euro je Aktie beziehungsweise 10,3 Milliarden Euro steht die Frage im Raum, ob und zu welchen Bedingungen Verhandlungen aufgenommen werden. An der Börse schloss die Evonik-Aktie gestern bei 21,16 Euro.
Widerstand aus Politik und Arbeitnehmerreihen
Die Avancen aus Ludwigshafen stoßen auf spürbaren Gegenwind. Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sprach sich im Landtag gegen einen Zusammenschluss der beiden Chemiekonzerne aus, während die Landesregierung zugleich Überlegungen zu einem Einstieg des Landes eine Absage erteilte.
Auch von Arbeitnehmerseite regt sich Skepsis. Laut Medienberichten stellten der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis und Gewerkschaftsvorstand Alexander Bercht in einem Schreiben an die Arbeitnehmervertreter beider Häuser einen vollständigen Verkauf des Evonik-Anteils an BASF infrage.
Das Kuratorium der RAG-Stiftung, die einen maßgeblichen Anteil an Evonik hält, bezog ebenfalls keine zustimmende Position und verwies die beiden Konzerne stattdessen auf direkte Verhandlungen.
Hängepartie um vertiefte Buchprüfung
BASF signalisierte Medienberichten zufolge zwar Bereitschaft zu Gesprächen über eine Nachbesserung der Offerte, knüpft diesen Schritt jedoch an Bedingungen. Laut dpa-AFX will der Konzern zunächst Einsicht in die Bücher von Evonik erhalten, bevor ein höheres Angebot erwogen wird. Ob die Evonik-Führung einer solchen Due Diligence zustimmt, bleibt nach der deutlichen Ablehnung der ersten Offerte offen.
Die Spekulationen um den Ausgang des Pokers stützten den Kurs in den vergangenen Monaten spürbar. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Zuwachs von 58 Prozent und notiert in unmittelbarer Reichweite seines 52-Wochen-Hochs von 21,84 Euro.
Operative Zwischenbilanz im November
Abseits der M&A-Thematik treibt das Unternehmen sein Tagesgeschäft voran. Unter anderem ergänzte der Konzern sein Produktportfolio durch die Markteinführung von Lypron, einer pansengeschützten Lysinlösung für Wiederkäuer, deren exklusive Herstellung bei Sipena liegt.
Klarheit über die geschäftliche Verfassung im Sommerquartal verspricht der anstehende Unternehmenstermin: Am 3. November veröffentlicht Evonik den vollständigen Zwischenbericht zum dritten Quartal. Die Zahlen dürften Anlegern Aufschluss darüber geben, auf welcher fundamentalen Ertragsbasis der Konzern seine eigenständige Position gegenüber den BASF-Avancen behaupten kann.
Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 20. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
