Evonik setzt im Übernahmestreit mit BASF weiter auf Eigenständigkeit. Der Vorstand lehnte am Freitag Verhandlungen über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot ab. Ein rein informativer und vertraulicher Austausch bleibt möglich. Für Anleger liegt darin die entscheidende Abgrenzung: Die Bereitschaft zum Gespräch bedeutet keinen Einstieg in Verhandlungen über einen Verkauf.
Vorstand zieht klare Grenze
Mit seiner Erklärung hält Evonik zwei Ebenen auseinander. Der Vorstand bekräftigt den eigenständigen Kurs und weist zugleich nicht jede Kommunikation mit BASF zurück. Das Gesprächsangebot beschränkt sich ausdrücklich auf einen informativen Austausch. Es ist damit keine Zustimmung zu Übernahmeverhandlungen.
Nach Angaben von Evonik hatte BASF sein Interesse an einem Angebot vor rund zwei Wochen schriftlich mitgeteilt. Die Antwort vom Freitag lässt den Kontakt zwischen beiden Unternehmen zu, verändert aber die ablehnende Haltung des Vorstands gegenüber Verhandlungen nicht. Für die Einordnung der Übernahmespekulation ist deshalb weniger die bloße Gesprächsbereitschaft als deren eng begrenzter Zweck maßgeblich.
Laut Handelsblatt reagierte BASF mit Unverständnis auf die Absage. Die unterschiedlichen Positionen bleiben damit bestehen: BASF verfolgt eine Übernahme, während Evonik seinen eigenständigen Weg betont. Der vertrauliche Austausch ist vor diesem Hintergrund eine Kommunikationsmöglichkeit, kein von Evonik bestätigter Verhandlungsbeginn.
Angebotspreis allein öffnet keine Verhandlungen
Reuters berichtete vor rund zwei Wochen unter Berufung auf zwei Insider über eine auf 24 Euro je Aktie erhöhte Offerte. Zuvor hatte Evonik bereits Gespräche über ein Gebot von 22,15 Euro je Aktie abgelehnt. Auch die nachgebesserte Offerte führte demnach nicht zum Einstieg in Verhandlungen.
Die jüngste Entscheidung unterstreicht, dass eine höhere Offerte und die Bereitschaft zu Übernahmegesprächen getrennt zu beurteilen sind. Reuters zufolge setzte die Zurückweisung das Evonik-Papier am Freitag unter Druck. Auslöser war damit die Entscheidung des Vorstands und nicht eine neue Analystenaktion.
Bei einem aktuellen Kurs von 20,84 € notiert die Aktie unter dem berichteten Angebotspreis. Diese Differenz ist jedoch nicht mit einem zugesagten Übernahmeerlös gleichzusetzen: Evonik hat Verhandlungen ausdrücklich abgelehnt.
Als nächster bestätigter Unternehmenstermin folgt am 03.11.2026 die Veröffentlichung der Berichterstattung zum dritten Quartal 2026. Für die Übernahmefrage bleibt die Erklärung vom Freitag maßgeblich: Eigenständigkeit ist der bekräftigte Kurs, der Austausch mit BASF bleibt rein informativ und vertraulich.
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