Goldman Sachs hat bei Evonik die Richtung gewechselt – und das gleich deutlich. Aus „Sell“ wird „Buy“, das Kursziel springt auf 18,00 Euro. Der Schritt trifft einen Nerv, denn im Chemiesektor mehren sich zuletzt Signale einer konjunkturellen Aufhellung.
Doch wie belastbar ist dieser Optimismus, wenn andere Banken weiter auf der Bremse stehen?
Goldman dreht ins Positive
Der Auslöser für die neue Fantasie ist die Hochstufung durch Goldman Sachs vom Dienstag. Analystin Georgina Fraser begründet den Strategiewechsel mit einer prozyklischeren Haltung gegenüber dem Chemiesektor und sieht erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Belebung, die Evonik in die Karten spielen könnte.
Wichtig dabei: Goldman sieht einen zentralen Unsicherheitsfaktor als weitgehend verarbeitet – die Debatte um die Dividende. Evonik hatte am 5. Februar die Ausschüttung für 2025 auf 1,00 Euro je Aktie gesenkt. Das Management verwies dabei auf den Spagat zwischen Aktionärsvergütung, Investitionen und Schuldenabbau.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
– Goldman Sachs hebt das Votum von „Sell“ auf „Buy“ an (Dienstag)
– Kursziel steigt von 11,60 Euro auf 18,00 Euro
– Dividende für 2025 auf 1,00 Euro je Aktie reduziert (Mitteilung vom 5. Februar)
– Kurs aktuell bei 16,07 Euro, auf Wochensicht +13,49% (Mittwoch)
Chemiebranche: Stimmungswechsel als Treiber
Die neue Evonik-Einschätzung kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Chemicals hat sich seit seinem Dreijahrestief im Dezember 2025 um rund 12% erholt und markierte diese Woche den höchsten Stand seit dem Spätsommer des Vorjahres. Neben Evonik zogen laut Vorlage auch Symrise und Lanxess von der besseren Stimmung mit.
An der Börse spiegelt sich das in der jüngsten Dynamik: Trotz eines kleinen Tagesminus von -0,31% liegt der Kurs klar über dem 50-Tage-Durchschnitt (13,54 Euro) – ein Zeichen, wie stark die Erholung der vergangenen Wochen war.
Analysten bleiben uneins
So geschlossen wie der Kursverlauf wirkt, ist das Analystenbild aber nicht. Kurz vor der Goldman-Hochstufung hatten mehrere Häuser ihre zurückhaltenden Einschätzungen bestätigt – mit teils deutlich niedrigeren Kurszielen:
– Barclays: „Neutral“, Kursziel 16 Euro (9. Februar)
– Deutsche Bank: „Neutral“, Kursziel 13 Euro (6. Februar)
– Jefferies: „Sell“, Kursziel 12,20 Euro (5. Februar, nach der Dividenden-News)
Spannend ist der Kontrast zur Unternehmenssicht: Evonik-CEO Christian Kullmann hatte bei der Dividendenkürzung betont, eine schnelle Besserung der Branchenlage sei nicht in Sicht. Genau hier liegt der Knackpunkt – der Markt handelt eine Erholung vor, während das Management zuletzt noch Zurückhaltung signalisierte.
Unterm Strich hängt die nächste Richtung daran, ob die erwartete Belebung tatsächlich in der Geschäftsdynamik ankommt – und damit auch, ob das höhere Goldman-Kursziel fundamental Rückenwind bekommt.
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