Trotz rückläufiger Erlöse startet der Spezialchemiekonzern Evonik besser als erwartet ins Jahr 2026. Der operative Gewinn im ersten Quartal lag oberhalb der internen Planung. Gestützt wurde das Ergebnis durch kurzfristige Sondereffekte – vor allem Kunden deckten sich wegen der geopolitischen Unsicherheiten im Nahen Osten verstärkt mit Vorräten ein.
Umsatzminus, aber operative Überraschung
Der Konzernumsatz sank im ersten Quartal um neun Prozent auf 3,43 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte des Rückgangs war auf Währungseffekte zurückzuführen. Die Absatzmengen gaben organisch um zwei Prozent nach, die Preise lagen im Schnitt ein Prozent niedriger.
Das bereinigte EBITDA erreichte 475 Millionen Euro und übertraf damit die eigene Prognose von rund 450 Millionen Euro. Die Marge fiel von 14,8 auf 13,9 Prozent – angesichts gestiegener Energie- und Rohstoffkosten ein stabiles Niveau. Der Konzerngewinn sank auf 125 Millionen Euro, nach 233 Millionen im Vorjahresquartal.
Nahost-Konflikt beflügelt Vorratskäufe
Die angespannte Lage im Nahen Osten wirkte als kurzfristiger Stabilisator. Preissprünge bei Rohstoffen und Sorge um Versorgungswege veranlassten viele Kunden, ihre Lager früher als geplant aufzustocken. Besonders in den Bereichen Crosslinker, Hochleistungskunststoffe und Schmierstoffadditive zogen die Aufträge an. Auch die Preise für Methionin entwickelten sich vorteilhaft.
Das Management betont jedoch, dass es sich vor allem um eine zeitliche Verschiebung von Volumina handle. Die Unsicherheit für das zweite Halbjahr bleibe hoch – Inflation und mögliche Konsumschwäche könnten die Nachfrage dämpfen.
Stellenabbau und neuer Finanzvorstand
Das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ zeigt erste Erfolge. Seit Jahresende wurde die Belegschaft um rund 410 Vollzeitstellen reduziert. Für das Gesamtjahr sind etwa 1.000 Stellenstreichungen geplant.
Parallel dazu gibt es einen Wechsel an der Finanzspitze: Michael Rauch übernahm am 1. Mai das Amt des Finanzvorstands. Seine erste Strategiepräsentation vor den Aktionären ist für die Hauptversammlung im Juni vorgesehen.
Ausblick: Starkes zweites Quartal erwartet
Für das laufende Frühjahrsquartal stellt Evonik ein bereinigtes EBITDA von mindestens 550 Millionen Euro in Aussicht – das wäre das stärkste Viertel des Jahres. Die Jahresprognose von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro bleibt bestätigt. Der Free Cashflow blieb mit 183 Millionen Euro nahezu stabil.
Die größte Unbekannte bleibt die Weltwirtschaft. Steigende Inflation in der zweiten Jahreshälfte könnte die Nachfrage nach Spezialchemie bremsen. Das Management setzt daher weiter auf strikte Kostendisziplin.
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