Evonik richtet den Blick auf strikte Kostendisziplin. Am 22. September kündigte das Unternehmen an, weltweit 3.200 Stellen abzubauen. Davon entfallen rund 2.150 Arbeitsplätze auf Deutschland. Der Schritt bildet die zweite Umsetzungsphase des Effizienzprogramms „Evonik Tailor Made“.
Die Umstrukturierung soll 2027 beginnen und bis 2029 laufen. Mit den Maßnahmen will das Management die Strukturen straffen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken. Für die Belegschaft an den deutschen Standorten bedeutet der geplante Abbau tiefgreifende Einschnitte über mehrere Jahre hinweg.
Übernahmeofferte sorgt für Unruhe
Die internen Weichenstellungen fallen in eine Phase externer Übernahmeüberlegungen. Die BASF SE wandte sich mit einer unverbindlichen Ansprache bezüglich eines möglichen freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots für sämtliche Evonik-Aktien an das Unternehmen sowie an die RAG-Stiftung.
Evonik bestätigte den Vorgang in einer Ad-hoc-Mitteilung und betonte, zu jenem Zeitpunkt hätten keine Gespräche stattgefunden. BASF und die RAG-Stiftung bestätigten entsprechende Sondierungen mit offenem Fortgang und Ausgang.
Laut Reuters wies Evonik ein Übernahmeangebot der BASF SE über rund 22,15 Euro je Aktie als zu niedrig zurück. Evonik selbst äußerte sich laut dem Bericht nicht zu den Vorgängen. Die Haltung unterstreicht den Anspruch der Unternehmensführung, den eigenen Wert durch die Neuausrichtung eigenständig zu steigern.
Skepsis am Kapitalmarkt
Trotz der strategischen Pläne blicken nicht alle Marktbeobachter optimistisch auf die Bewertung des Unternehmens. Medienberichten zufolge stufte JPMorgan die Aktie am 28. September auf „Verkaufen“ ein und nannte ein Kursziel von 14,00 EUR. Damit signalisiert das Analysehaus deutliche Skepsis hinsichtlich des weiteren Potenzials.
An der Börse notierte das Papier dennoch in der Nähe seiner Höchststände. Gestern markierte der Titel ein 52-Wochen-Hoch von 20,74 € und ging bei 20,66 € aus dem Handel. Seit Jahresanfang beläuft sich das Plus damit auf 55%. Ob das Effizienzprogramm die hohen Erwartungen der Anleger rechtfertigen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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