Rückschlag für Eutelsat: Der geplante Verkauf der Bodeninfrastruktur ist vom Tisch – auf direkte Anweisung der französischen Regierung. Der Staat blockierte die Transaktion aus strategischen Sicherheitsbedenken, was die Finanzplanung des Satellitenbetreibers kurzfristig durcheinanderwirbelt. Anleger müssen nun die veränderten Bilanzkennzahlen neu bewerten.
Staat zieht die Notbremse
Das Finanzministerium unter Roland Lescure begründete das Veto Ende Januar unmissverständlich: Eutelsat sei als einziger europäischer Konkurrent zu Starlink ein strategisches Asset. Da die Antennen sowohl für zivile als auch für militärische Kommunikation genutzt werden, untersagte der Staat den Verkauf an den Private-Equity-Investor EQT Infrastructure VI. Mit einem Anteil von knapp 30 Prozent ist Frankreich der dominierende Einzelaktionär und nutzte seinen Einfluss, um die Kontrolle über die kritische Hardware zu behalten.
Folgen für die Bilanz
Das Scheitern des Verkaufs hat unmittelbare finanzielle Konsequenzen. Eutelsat entgehen frische Mittel in Höhe von rund 550 Millionen Euro, die für den Schuldenabbau vorgesehen waren. Im Gegenzug spart sich der Konzern jedoch jährliche Leasingkosten von bis zu 80 Millionen Euro, die nach dem Verkauf angefallen wären.
Das Management passte daraufhin die Prognose für die Verschuldung an. Zum Ende des laufenden Geschäftsjahres wird nun ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von etwa 2,7x erwartet – zuvor lag das Ziel bei 2,5x. Mittelfristig für das Geschäftsjahr 2028-29 visiert das Unternehmen eine EBITDA-Marge von rund 65 Prozent an.
Offensive im Weltraum
Trotz der Hürden am Boden treibt Eutelsat den Ausbau seiner LEO-Konstellation (Low Earth Orbit) voran. Airbus Defence and Space erhielt den Zuschlag für den Bau von 340 weiteren OneWeb-Satelliten. Zusammen mit einer Order aus dem Dezember summiert sich das Auftragsvolumen auf 440 Einheiten. Die neuen Modelle verfügen über verbesserte digitale Verarbeitungskapazitäten, die Auslieferung soll Ende 2026 beginnen.
Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun auf den kommenden Donnerstag, den 13. Februar 2026. Dann präsentiert Eutelsat die Halbjahreszahlen. Entscheidend wird sein, ob das prognostizierte Umsatzwachstum von 50 Prozent im LEO-Segment erreicht wurde und wie der Vorstand die langfristige Finanzierungsstrategie nach dem geplatzten Deal neu justiert.
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