Im ersten Geschäftsquartal 2026-27 zeigt sich bei Eutelsat das gewohnte Muster: Das klassische Fernsehgeschäft schrumpft, das Satelliten-Internet aus dem niedrigen Erdorbit wächst zweistellig. Unterm Strich sinkt der Umsatz leicht. Das Management bestätigt dennoch alle Finanzziele.
Zwei Geschwindigkeiten im Geschäft
Der Konzernumsatz lag bei 286 Millionen Euro, bereinigt um Währungseffekte ein Minus von 0,9 Prozent. Die vier operativen Sparten kamen auf 278 Millionen Euro und damit auf ein Minus von 2,1 Prozent.
Treiber der Schwäche ist das Videogeschäft, dessen Erlöse um 17,8 Prozent auf 110 Millionen Euro fielen. Kunden optimieren ihre Kapazitäten, frühere Vertragsverlängerungen wirken nach. Hinzu kommt das Ende von Kapazitätsverträgen auf den russischen Satelliten Express AT1 und AT2. Der Rückgang soll sich laut Unternehmen abschwächen, sobald die jüngsten Belastungen verdaut sind.
Die Konnektivität wuchs dagegen um 11,9 Prozent auf 168,3 Millionen Euro. Die LEO-Erlöse legten um 30,1 Prozent auf 70,9 Millionen Euro zu, das GEO-Geschäft immerhin um 1,6 Prozent.
Mobilfunk und Behörden ziehen an
Besonders stark entwickelte sich die mobile Konnektivität mit einem Plus von 38,1 Prozent, getragen vom Flugzeug- und Schiffsgeschäft. Die Regierungsdienste wuchsen um 14,3 Prozent.
Dazu trugen ein Abrufvertrag im Rahmen des NEXUS-Rahmenabkommens mit dem französischen Verteidigungsministerium, Dienste in der Ukraine und steigende Nachfrage nach souveräner Konnektivität bei. Schwächer lief die feste Konnektivität mit einem Minus von 4,7 Prozent, weil weniger LEO-Terminals verkauft wurden und das GEO-Umfeld schwieriger ist.
IRIS² verändert die Auftragsbilanz
Der Auftragsbestand springt auf 12,1 Milliarden Euro. Grund ist der Start der Bauphase des EU-Programms IRIS², das allein 8,9 Milliarden Euro beisteuert. Ohne dieses Projekt sank der Bestand leicht, weil laufende Verträge abgearbeitet werden. Der Umsatz aus IRIS² soll vor allem zwischen 2027 und 2031 anfallen. Im Quartal flossen erst gut 5 Millionen Euro in die Zahlen.
Parallel erneuert Eutelsat die OneWeb-Flotte. Rund 229 zusätzliche Satelliten sollen den Betrieb bis 2034 sichern, die Investition beläuft sich auf etwa eine Milliarde Euro. Für Starts 2027 und 2028 sind zwei Ariane-6-Flüge gebucht.
Ziele bleiben stehen
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management ein LEO-Wachstum von über 30 Prozent, leichtes Umsatzplus in den vier Sparten und eine stabile EBITDA-Marge.
Die Bruttoinvestitionen sollen bei rund 1,2 Milliarden Euro liegen. Bis zum Geschäftsjahr 2028-29 peilt Eutelsat 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge über 60 Prozent an.
Am 26. November 2026 stimmen die Aktionäre auf der Hauptversammlung unter anderem über die Verlängerung der Mandate von Padraig McCarthy und CMA CGM im Verwaltungsrat sowie über eine Ermächtigung zum Aktienrückkauf ab. Die Halbjahreszahlen folgen am 12. Februar 2027.
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