Eutelsat Aktie: Goldman Sachs senkt Kursziel

Symbolbild, KI-generiert

Eutelsat erneuert die Zusammenarbeit mit TDA und vereinbart mit OroraTech reservierte Kapazitäten für Wärmebildtechnik auf künftigen Satelliten.

Auf einen Blick:
  • TDA-Vertrag für Senderverbreitung erneuert
  • OroraTech reserviert 48 Nutzlastplätze
  • Option auf weitere 48 Plätze
  • Goldman Sachs senkt Kursziel auf 1,60 Euro

Der europäische Satellitenbetreiber Eutelsat setzt auf Kontinuität im angestammten Rundfunkgeschäft und treibt zugleich neue Kooperationen für künftige Satellitenflotten voran.

Der Konzern erneuerte seine strategische Partnerschaft mit dem algerischen Rundfunkveranstalter Télédiffusion d’Algérie (TDA). Die Vereinbarung sichert die Verbreitung algerischer Fernsehsender über den Satelliten EUTELSAT 7 West A im gesamten Nahen Osten und Nordafrika.

An den Finanzmärkten schloss das Wertpapier am gestrigen Montag bei 1,73 Euro und notiert am heutigen Dienstagmorgen vorbörslich bei 1,75 Euro. Erst am 13. Oktober hatte die Aktie bei 1,36 Euro ihr 52-Wochen-Tief markiert.

Reservierung für thermische Infrarot-Nutzlasten

Neben der Verlängerung bestehender Abkommen im traditionellen TV-Segment forciert das Unternehmen die Einbindung von Spezialtechnik in seine erdnahen Umlaufbahnen. Eutelsat und das Raumfahrtunternehmen OroraTech kündigten eine Kooperation an. Gegenstand der Vereinbarung ist die Stationierung von Wärmebild-Infrarot-Nutzlasten auf der künftigen LEO-Infrastruktur von Eutelsat.

OroraTech hat dafür eine Kapazität für 48 Nutzlasten fest reserviert. Zudem beinhaltet der Kontrakt eine Option auf weitere 48 Nutzlasten. Diese Ausrichtung auf erdnahe Umlaufbahnen ergänzt frühere Schritte zur Stärkung des europäischen Netzwerks, nachdem Eutelsat am 14. Oktober bereits einen Mehrjahresvertrag mit Antik Telecom und A1 über Kapazitäten auf 16° Ost für Fernsehdienste in der Slowakei und Tschechien verlängert hatte.

Goldman Sachs senkt das Kursziel deutlich

Trotz der operativen Fortschritte schlagen Marktbeobachter zurückhaltendere Töne bei der mittelfristigen Bewertung an. Die Investmentbank Goldman Sachs senkte gestern ihr Kursziel für die Eutelsat-Aktie von 5,22 Euro auf 1,60 Euro drastisch ab. Die Einstufung beließen die Analysten bei „Neutral“.

Die drastische Reduzierung des Kursziels spiegelt die veränderten Rahmenbedingungen wider, denen sich etablierte Betreiber bei der Refinanzierung und dem Aufbau moderner Netzwerke ausgesetzt sehen. Eutelsat steht vor der Herausforderung, erhebliche Mittel in die nächste Satellitengeneration zu investieren, während die Erträge aus dem klassischen TV-Kabel- und Satellitenweiterleitungsgeschäft stabil gehalten werden müssen.

Stabile Vernetzung in Krisenregionen

Parallel zu den wirtschaftlichen Weichenstellungen bleibt das Unternehmen in sensiblen geopolitischen Regionen aktiv. Laut Reuters stellt Eutelsat weiterhin über Partner Konnektivitätsdienste in der Ukraine bereit. Das Unternehmen nutzt dafür eine Kombination aus seinen erdnahen LEO- und den geostationären GEO-Netzwerken, um die zivile und institutionelle Infrastruktur vor Ort mit stabilen Kommunikationskanälen zu versorgen.

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