Eutelsat hat einen handfesten Rüstungsauftrag an Land gezogen. Der französische Satellitenbetreiber liefert seiner eigenen Armee Kapazitäten aus dem OneWeb-LEO-Netzwerk — als Übergangslösung, bis das europäische Sicherheitsnetz IRIS² vollständig operativ ist. Der Kurs erzählt eine andere Geschichte.
CENTAURE: Erster Abruf aus dem Milliarden-Rahmen
Der Auftrag trägt den Namen CENTAURE und wurde am 16. Juni 2026 bekanntgegeben. Er ist der erste konkrete Abruf aus dem NEXUS-Rahmenvertrag mit dem französischen Verteidigungsministerium — einem Abkommen mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro, das im Juni 2025 geschlossen wurde.
CENTAURE selbst hat eine Obergrenze von rund 350 Millionen Euro über acht Jahre. Die erste feste Tranche beläuft sich auf 138 Millionen Euro für vier Jahre. Im Mittelpunkt steht die Bereitstellung von LEO-Satellitenkapazität in strategischen Regionen für die französischen Streitkräfte.
CEO Jean-François Fallacher bezeichnete den Vertrag als wichtigen Meilenstein. Er betonte, wie entscheidend sichere, resiliente und latenzarme Verbindungen für die militärische Einsatzfähigkeit seien.
Flotte wird erneuert, Kurs bricht ein
Parallel zum Vertragsgeschäft investiert Eutelsat in die Zukunft der OneWeb-Konstellation. Das Unternehmen hat 440 Ersatzsatelliten bei Airbus Defence and Space bestellt. Sie sollen ältere OneWeb-Satelliten am Ende ihrer Betriebszeit ablösen und die Ku-Band-Konstellation dauerhaft einsatzbereit halten.
Die Kursentwicklung passt nicht zum operativen Momentum. Die Aktie schloss zuletzt bei 2,29 Euro — rund 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 4,62 Euro, das erst Ende Mai 2026 erreicht wurde. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier mehr als 40 Prozent. Der RSI liegt bei knapp 35 und signalisiert damit überverkauftes Terrain.
Ob der CENTAURE-Vertrag als Stabilisierungsanker wirkt, hängt davon ab, wie schnell Eutelsat weitere Abrufe aus dem NEXUS-Rahmen realisieren kann. Das nächste Signal dürfte der Quartalsbericht liefern.
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