Der europäische Satellitenbetreiber Eutelsat treibt die Erneuerung seiner erdnahen Satellitenflotte voran. Am heutigen Freitag hat Airbus Defence and Space die ersten 32 neuen OneWeb-LEO-Satelliten aus der Serienfertigung am Standort Toulouse übergeben. Die Einheiten werden nun für den Transport in die USA vorbereitet, wo ein bevorstehender Raketenstart mit SpaceX ansteht.
Die Lieferung markiert den Auftakt eines groß angelegten Austauschprogramms. Die 32 Satelliten bilden die erste Tranche einer geplanten Flotte von 669 Einheiten. Mit ihnen will der Konzern ältere Flugkörper schrittweise ersetzen, die sich dem Ende ihrer vorgesehenen Betriebsdauer nähern.
Das Programm zielt darauf ab, die globale Konnektivität für institutionelle Kunden, Behörden und Unternehmen ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten und die Leistung des Netzwerks zu sichern.
Eutelsat-CEO Jean-François Fallacher betonte, die ersten Einheiten aus europäischer Serienfertigung belegten die Fähigkeit Europas, globale Kapazitäten in niedrigen Erdumlaufbahnen aufzubauen und langfristig zu betreiben.
Industrieller Hochlauf in Toulouse
Für den industriellen Partner Airbus stellt die Übergabe zugleich den erfolgreichen Hochlauf der nach Europa zurückverlagerten Fertigungslinie dar. Alain Fauré, Leiter des Bereichs Space Systems bei Airbus, hob die Auslegung auf hohe Stückzahlen und Produktionskadenzen hervor.
Das Erneuerungsprogramm stützt sich auf umfassende Kapazitäten: Vor rund zwei Wochen hatte Eutelsat den Auftrag bei Airbus um 229 zusätzliche OneWeb-Satelliten erweitert, nachdem zuvor bereits 440 Einheiten vorgesehen waren.
Eutelsat, 2023 aus dem Zusammenschluss mit OneWeb hervorgegangen, betreibt neben einer geostationären Flotte von 31 GEO-Satelliten bereits mehr als 600 Satelliten im niedrigen Erdorbit. Strategisch gilt das erweiterte OneWeb-Netz auch als wichtiger Zwischenschritt hin zum europäischen Großprojekt IRIS², für dessen LEO-Segment Eutelsat als Betreiber benannt ist.
Kurs bleibt nahe dem Jahrestief
An der Börse sorgte die Auslieferung der ersten Charge zunächst für keine spürbare Entlastung. Das Papier verbilligte sich heute um 0,6 Prozent auf 1,54 Euro und notiert damit nur 1,5 Prozent über seinem heutigen 52-Wochen-Tief von 1,52 Euro.
Hohe Investitionskosten für die Flottenmodernisierung belasten die Stimmung der Marktteilnehmer seit Monaten. So stufte das französische Analysehaus ABC Bourse den Titel am Freitag mit einer Verkaufsempfehlung und einem Kursziel von 1,50 Euro ein.
Trotz starker Zuwächse im Segment für erdnahe Verbindungen dämpfen die Aufwendungen für neue Raumfahrzeuge die Rentabilität. Zwar wuchsen die LEO-Erlöse laut den vor über einem Monat vorgelegten Jahreszahlen um 69,5 Prozent, doch die bereinigte EBITDA-Marge sank im vergangenen Geschäftsjahr von 54,4 auf 51,2 Prozent.
Eutelsat peilt für das Geschäftsjahr 2026/27 ein moderates Erlöswachstum bei weitgehend stabiler operativer Marge an. Ob die rasche Umsetzung des Startprogramms in den USA das Vertrauen der Anleger nachhaltig stabilisieren kann, hängt vor allem vom planmäßigen Beginn des kommerziellen Betriebs der neuen Einheiten ab.
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