Eutelsat will die Vorherrschaft im Orbit erzwingen. Der Satellitenbetreiber hat bei der US-Fernmeldebehörde FCC die Genehmigung für 528 zusätzliche Satelliten beantragt. Das neue Projekt „Eutelsat Next“ markiert den nächsten großen Schritt nach der Fusion mit OneWeb und soll die globale Abdeckung massiv ausweiten.
Ausbau der globalen Vernetzung
Die geplanten Satelliten sollen in einer erdnahen Umlaufbahn in 1.220 Kilometern Höhe operieren. Diese Position ermöglicht deutlich schnellere Datenübertragungen als klassische Systeme in höheren Umlaufbahnen. Das Ziel des Konzerns ist eine lückenlose Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsinternet. Dabei deckt die neue Flotte nahezu alle bewohnten Gebiete zwischen dem 60. nördlichen und südlichen Breitengrad ab.
Technisch geht das Unternehmen konsequent vor. Die Einreichung sieht optische Laser-Verbindungen zwischen den Satelliten vor, um die Effizienz innerhalb des Netzes zu steigern. Jeder neue Trabant soll dabei bis zu 140 Nutzerstrahlen gleichzeitig steuern können. Parallel dazu treibt der Konzern die Integration seiner bestehenden Infrastruktur voran, um mobile und staatliche Dienste besser zu bedienen.
Kapitalbedarf belastet den Aktienkurs
Das ehrgeizige Programm erfordert massives Kapital. Allein zwischen 2026 und 2029 plant Eutelsat Investitionen von rund vier Milliarden Euro. Das Unternehmen hat dafür bereits im März die Weichen gestellt. Mit einer Anleihe über 1,5 Milliarden Euro schloss der Konzern seine insgesamt fünf Milliarden Euro schwere Finanzierungsstrategie ab. Diese Mittel sollen die Expansion beschleunigen und die Marktposition festigen.
Trotz der klaren Wachstumsziele bleibt der Aktienkurs unter Druck. Das Papier verlor am Donnerstag über vier Prozent an Wert. Mit einem Schlusskurs von 2,15 Euro notiert die Aktie weit unter ihrem Mai-Hoch von 4,62 Euro. Die Skepsis am Markt überwiegt derzeit, da die Profitabilität der neuen Konstellation angesichts der hohen Fixkosten erst noch bewiesen werden muss.
Im August wird es konkret. Dann legt Eutelsat den Bericht für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Anleger werden prüfen, ob das zuletzt starke Umsatzwachstum bei den erdnahen Satelliten anhält. Nur eine nachhaltige Erlössteigerung kann die milliardenschweren Investitionen im All langfristig rechtfertigen.
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