Eutelsat Aktie: 3,39 Milliarden für IRIS² bis 2034

Eutelsat verliert binnen einer Woche 13 Prozent. Verzögerungen in Indien und hohe Investitionen von 1,2 Milliarden Euro verunsichern Anleger.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert 13 Prozent in sieben Tagen
  • Indien-Lizenz für Satellitenstart verzögert sich
  • Investitionen von 1,2 Milliarden Euro geplant
  • IRIS²-Projekt soll Wachstum sichern

Der Satellitenbetreiber Eutelsat kämpft an mehreren Fronten. Hohe Investitionskosten und regulatorische Hürden in Indien setzen das Papier massiv unter Druck. Innerhalb von nur sieben Tagen verlor die Aktie rund 13 Prozent an Wert.

Hürden im Zukunftsmarkt Indien

Eutelsat OneWeb und der Konkurrent Starlink warten derzeit auf grünes Licht für den indischen Markt. Die notwendigen Lizenzen liegen vor, allerdings verzögert das Innenministerium den kommerziellen Start. Sicherheitsbehörden fordern zusätzliche Garantien für den Umgang mit sensiblen Daten.

Indes drohen lokale Telekomanbieter die Wartezeit zu nutzen, um ihre eigene Marktposition zu stärken. Das Potenzial ist gewaltig. Der indische Markt für Satellitenkommunikation soll bis 2031 auf ein Volumen von etwa acht Milliarden Dollar wachsen.

Wachstum hat seinen Preis

Der Konzern baut sein Geschäft mit Kleinsatelliten (LEO) massiv aus. Die Erlöse in diesem Segment sprangen zuletzt um fast 70 Prozent auf rund 297 Millionen Euro nach oben. Dennoch reagierten Investoren verschreckt auf die neuesten Pläne zur Kapitalverwendung.

Eutelsat plant für das Geschäftsjahr 2026/27 Bruttoinvestitionen von etwa 1,2 Milliarden Euro ein. Diese Summe liegt deutlich über den bisherigen Erwartungen des Marktes. Die hohen Ausgaben für die Flotte belasten die kurzfristige Stimmung der Anleger schwer.

Die Wette auf IRIS²

Ein Pfeiler der langfristigen Strategie bleibt das europäische Satellitenprojekt IRIS². Eutelsat will bis zum Jahr 2034 insgesamt 3,39 Milliarden Euro in diese souveräne Konstellation investieren. Das Management setzt darauf, dass dieses Wachstum den Niedergang des klassischen Videogeschäfts auffängt.

Aktuell notiert das Papier bei 1,93 Euro. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 35,0 nähert sich der Titel charttechnisch einer überverkauften Situation. Ob das Vertrauen der Investoren angesichts des teuren Umbaus schnell zurückkehrt, bleibt fraglich.

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