Der Satellitenbetreiber Eutelsat setzt massiv auf den Ausbau seiner Infrastruktur im erdnahen Orbit (LEO). Wie das Unternehmen heute bekannt gab, soll die bestehende OneWeb-Konstellation der ersten Generation bis zum Jahr 2034 verlängert werden.
Hierfür ist die Beschaffung und der Start von 229 zusätzlichen Satelliten geplant, die die bereits vorhandenen 440 Einheiten ergänzen. Das Investitionsvolumen für dieses Vorhaben beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro.
Milliarden-Investition in die Satelliten-Infrastruktur
Diese Flottenerweiterung ist ein zentraler Baustein in der Strategie, die Marktposition im Bereich der LEO-Dienstleistungen zu festigen. Dass sich dieser Fokus bereits auszahlt, belegen die Zahlen für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 2025/26. In diesem Zeitraum sprangen die Umsätze im LEO-Segment um 69,5 Prozent auf 297 Millionen Euro nach oben. Damit steuert dieser Bereich inzwischen rund ein Viertel zum gesamten Konzernumsatz bei, der im abgelaufenen Jahr bei insgesamt 1.235,9 Millionen Euro lag.
Parallel zur Erweiterung der eigenen Flotte treibt das Unternehmen die europäische Souveränität im Weltraum voran. Gestern unterzeichnete die Europäische Kommission eine Umsetzungsvereinbarung mit dem SpaceRISE-Konsortium, dem neben Eutelsat auch SES und Hispasat angehören. Damit tritt das staatliche Satellitenprogramm IRIS² in die Phase der industriellen Ausführung.
Medienberichten zufolge könnte der Anteil von Eutelsat an der Kapazität dieses Netzwerks zwischen 2032 und 2040 einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro generieren. Das Unternehmen verpflichtet sich im Rahmen von IRIS² zu Gesamtinvestitionen in Höhe von 3,39 Milliarden Euro, die bis 2034 gestaffelt abgerufen werden sollen.
Zwischenbilanz und Margendruck
Trotz der dynamischen Entwicklung im Wachstumsfeld LEO zeigten sich Investoren am Freitag unzufrieden mit der Profitabilität im operativen Kerngeschäft. Eutelsat wies für das Geschäftsjahr ein bereinigtes EBITDA von 632,4 Millionen Euro aus, was einer Marge von 51,2 Prozent entspricht.
Laut Reuters verfehlte das Unternehmen damit die durchschnittliche Analystenerwartung, die bei einer Marge von 52,4 Prozent gelegen hatte. Die Aktie verzeichnete daraufhin im Handel am Freitag zeitweise Verluste von bis zu acht Prozent.
Für das kommende Geschäftsjahr 2026/27 stellt das Management ein leichtes Umsatzwachstum und eine stabile EBITDA-Marge in Aussicht. Langfristig sind die Ziele ambitionierter gesteckt: Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 peilt der Konzern Umsatzerlöse zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro bei einer Marge von über 60 Prozent an.
Zur finanziellen Absicherung trägt unter anderem die erwartete Incentive-Zahlung in Höhe von 504 Millionen US-Dollar für die Freigabe des C-Band-Spektrums in den USA bei.
Schuldenabbau und Marktumfeld
Ein wesentlicher Fortschritt gelang dem Konzern bei der Sanierung der Bilanz. Zum 30. Juni 2026 belief sich die Nettoverschuldung auf 1.464,6 Millionen Euro. Dies entspricht einer Reduzierung um 1.162 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr, was maßgeblich auf eine erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zurückzuführen ist.
Auch die Zusammenarbeit mit staatlichen Akteuren wird intensiviert; so unterzeichnete Eutelsat Ende Juli eine Absichtserklärung mit der Republik Polen, um eine Kooperation im IRIS²-Programm und die Bereitstellung von Kapazitäten für das Land zu prüfen.
An der Börse wird das Unternehmen aktuell mit einer Marktkapitalisierung von 2,41 Milliarden Euro bewertet. Während das Papier seit Jahresbeginn ein deutliches Plus von 21,69 Prozent aufweist, notiert der aktuelle Kurs von 2,08 Euro weiterhin signifikant unter den Niveaus des Frühjahrs. Analysten begleiten den Transformationsprozess des Unternehmens engmaschig.
Das Analysehaus Bernstein hatte am 28. Juli die Einstufung „Market Perform“ bekräftigt und das Kursziel leicht von 2,70 Euro auf 2,90 Euro angehoben. Damit trauen die Experten dem Wert zwar eine Erholung zu, bleiben aber mit Blick auf die kurzfristigen Herausforderungen bei der Profitabilität neutral positioniert.
Eutelsat Communications-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eutelsat Communications-Analyse vom 11. August liefert die Antwort:
Die neusten Eutelsat Communications-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eutelsat Communications-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Eutelsat Communications: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
