Eutelsat-Anleger blicken derzeit skeptisch auf die künftige Profitabilität des Satellitenbetreibers. Trotz eines deutlichen Wachstums im Bereich der erdnahen Umlaufbahnen (LEO) belasten die massiven Investitionspläne und eine verhaltene Margenprognose die Kursentwicklung. Am heutigen Dienstag notiert die Aktie mit einem Minus von 2,6 % bei 2,06 Euro und setzt damit den jüngsten Abwärtstrend fort.
Wachstumssegment LEO kann Kostendruck nicht ausgleichen
In der Bilanz für das zum 30. Juni 2026 abgeschlossene Geschäftsjahr 2025-26 zeigten sich Licht und Schatten. Der Umsatz der operativen Vertikalen stieg auf vergleichbarer Basis um 3,0 % auf 1,197 Milliarden Euro. Besonders kräftig legte das LEO-Segment zu, dessen Erlöse um 69,5 % auf 297 Millionen Euro kletterten. Damit macht dieser Bereich inzwischen ein Viertel des Gesamtumsatzes aus.
Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen, den Nettoverlust deutlich zu verringern. Dieser sank von 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr auf nun 457 Millionen Euro. Dennoch reagierte der Markt bereits in der vergangenen Woche empfindlich auf die Zahlenvorlage, da die bereinigte EBITDA-Marge mit 51,2 % hinter den Erwartungen zurückblieb. Medienberichten zufolge hatten Analysten im Schnitt mit einer Marge von etwa 54 % gerechnet.
Milliardeninvestitionen belasten künftige Cashflows
Sorge bereitet den Investoren vor allem der Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr und darüber hinaus. Eutelsat kündigte an, dass die Investitionsausgaben (CapEx) im Jahr 2026-27 auf 1,2 Milliarden Euro steigen werden. Grund dafür ist die notwendige Erneuerung der OneWeb-Konstellation. Bis zum Geschäftsjahr 2029 plant das Unternehmen kumulierte Investitionen von rund 4 Milliarden Euro.
Allein für die Aufstockung des OneWeb-Netzwerks um 229 zusätzliche Satelliten bis zum Jahr 2034 ist eine Milliarde Euro vorgesehen. Ein weiterer Teil der Mittel fließt in den Aufbau der europäischen Konstellation IRIS².
Eutelsat sicherte sich hierfür bereits die Produktion von 340 LEO-Satelliten bei Airbus Defence and Space. Durch diese hohen Kapitalanforderungen bleibt der Spielraum für die operative Marge begrenzt, die im kommenden Jahr stabil bei etwa 51 % erwartet wird.
Strategische Meilensteine bei IRIS² erreicht
Trotz der finanziellen Belastung erreicht Eutelsat strategisch wichtige Etappen beim Aufbau der europäischen Kommunikationsinfrastruktur. Laut Unternehmensangaben wurde der erste Meilenstein des IRIS²-Programms erfolgreich abgeschlossen. Die Konstellation soll künftig insgesamt 348 Satelliten umfassen, wobei Eutelsat die Führung für das Segment der erdnahen Umlaufbahnen übernimmt.
Von den geplanten Satelliten sind 66 speziell für Sicherheits- und Verteidigungsdienste reserviert. Der Start des vollständigen industriellen Betriebs ebnet den Weg für eine souveräne europäische Konnektivität ab dem Jahr 2029. An der Börse bleibt die Stimmung dennoch gedrückt: Der aktuelle Kurs von 2,06 Euro markiert einen Abstand von 11 % zum 50-Tage-Durchschnitt und verdeutlicht das Ringen der Anleger mit der langfristigen Investitionsstory des Konzerns.
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