Die Übernahme von European Lithium durch Critical Metals Corp bekommt eine neue Wendung. Diesmal geht es nicht um den Preis, sondern um die Rechenformel dahinter. Anleger müssen sich zudem auf einen späteren Zeitplan einstellen.
Zweite Änderung der Fusionsvereinbarung
Critical Metals Corp und European Lithium haben ihre Fusionsvereinbarung am 19. August erneut angepasst. Es ist bereits die zweite Änderung der ursprünglichen Vereinbarung vom 19. Mai 2026.
Der wichtigste Punkt betrifft das Umtauschverhältnis. Bisher galt eine feste Quote: Aktionäre von European Lithium sollten 0,035 neue CRML-Aktien pro Aktie erhalten. Jetzt tritt eine variable Quote mit Ober- und Untergrenze an ihre Stelle. Sie orientiert sich am durchschnittlichen Aktienkurs von Critical Metals.
Auf Basis des 20-Tage-Durchschnittskurses der CRML-Aktie vor der Ankündigung läge das Umtauschverhältnis aktuell bei 0,045 Aktien. Das wäre für European-Lithium-Aktionäre eine deutliche Verbesserung gegenüber der alten Fixquote.
Critical Metals begründet den Schritt mit dem Schutz vor kurzfristigen Kursschwankungen. Die neue Struktur soll vor der Abstimmung der European-Lithium-Aktionäre mehr Planungssicherheit schaffen. Mike Hanson, Vorstandsmitglied bei Critical Metals und Leiter des zuständigen Sonderausschusses, erklärte, die neuen Bedingungen sollen Aktionäre beider Unternehmen gleichermaßen vor kurzfristiger Marktvolatilität schützen.
Zeitplan verschiebt sich in den Oktober
Der Fahrplan für den Deal verschiebt sich nach hinten. Ursprünglich hatte European Lithium den September als Zielmonat für den Abschluss genannt.
Jetzt soll das sogenannte Scheme Booklet erst Anfang September versendet werden. Dieses Dokument enthält den Bericht eines unabhängigen Gutachters zur Bewertung der Transaktion. Der eigentliche Vollzug der Übernahme ist für Oktober 2026 geplant – vorausgesetzt, Aktionäre, Optionsinhaber und ein australisches Gericht stimmen zu.
Rechtlich läuft die Übernahme über ein gerichtlich genehmigtes Scheme of Arrangement nach australischem Gesellschaftsrecht. Critical Metals würde damit sämtliche ausstehenden Aktien von European Lithium übernehmen.
Kurs bleibt im Aufwärtstrend
An der Börse zeigt sich die Aktie von der Nachricht kaum beeindruckt. European Lithium notiert bei 0,1958 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag.
Der Blick auf die vergangenen Wochen relativiert den kleinen Rückgang. Die Aktie steht im Monatsvergleich 15 Prozent höher und hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Der aktuelle Kurs liegt zwar rund 36 Prozent unter dem Jahreshoch von 0,3055 Euro aus dem Juni, aber weiterhin deutlich über dem langfristigen 200-Tage-Durchschnitt von 0,1682 Euro. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt damit intakt, auch wenn sich das kurzfristige Tempo etwas abkühlt.
Was jetzt zählt
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun der Versand des Scheme Booklets Anfang September. Das Gutachten darin wird bewerten, ob die Übernahme im Interesse der European-Lithium-Aktionäre liegt.
Danach folgen die Abstimmungen der Aktionäre und Optionsinhaber sowie die gerichtliche Genehmigung in Australien. Durch die neue variable Umtauschquote hängt der tatsächliche Wert, den European-Lithium-Aktionäre am Ende erhalten, direkt von der Kursentwicklung der Critical-Metals-Aktie bis zur Abstimmung ab.
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