European Lithium steuert auf den nächsten formalen Schritt der Übernahme durch Critical Metals Corp zu. Nach Angaben des Unternehmens sollen die entscheidenden Abstimmungen der Aktionäre, die sogenannten Scheme Meetings, Mitte Oktober stattfinden.
Der Vollzug der beiden ineinandergreifenden Schemes of Arrangement wird demnach für Anfang November angepeilt – vorbehaltlich der ausstehenden Zustimmungen von Aktionären, Optionsinhabern und dem Gericht.
Damit zeichnet sich erstmals ein konkreter Fahrplan für die Umsetzung der bereits im Mai vereinbarten Übernahme ab. Die Gerichtsanhörung, die den Prozess formal in Gang setzt, ist für den 15. September in Perth angesetzt. Erst danach können die Aktionärsversammlungen folgen.
Fahrplan bis November
Die zeitliche Abfolge ist eng gestaffelt: Auf die Gerichtsanhörung folgen die Zustimmungen der Anteilseigner, bevor die eigentliche Umsetzung der Schemes erfolgen kann. Für Anleger bedeutet das, dass sich der Abschluss der Transaktion nun in einem greifbaren Zeitfenster von rund zwei Monaten bewegt – vorausgesetzt, es treten keine weiteren Verzögerungen bei den behördlichen oder gerichtlichen Freigaben auf.
Die Übernahme selbst zielt auf eine strategische Bündelung ab: European Lithium hält 7,5 Prozent am Tanbreez-Seltene-Erden-Projekt in Grönland. Nach Abschluss der Transaktion würde Critical Metals Corp das Projekt vollständig kontrollieren, was Eigentumsstruktur, Entscheidungswege und Finanzierungsstrategie für Tanbreez erheblich vereinfachen soll.
Kursreaktion am Markt
Die Aktie von European Lithium notiert am Mittwoch bei 0,2295 Euro und legt damit im Tagesvergleich um 1,8 Prozent zu, nach einem Schlusskurs von 0,2255 Euro am Dienstag.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 21 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 153 Prozent erhöht. Damit bewegt sich das Papier zwar deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 0,1972 Euro, liegt aber noch etwa ein Viertel unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3055 Euro, das Anfang Juni markiert wurde.
Die Bewertungsdynamik dürfte auch mit der finanziellen Ausstattung der beteiligten Unternehmen zusammenhängen: European Lithium verfügte zum 31. März über eine Cash-Position von umgerechnet rund 219 Millionen US-Dollar, Critical Metals Corp brachte eigenständig etwa 124 Millionen US-Dollar mit.
Diese Kombination aus Liquidität und dem angestrebten vollständigen Zugriff auf Tanbreez bildet den finanziellen Hintergrund, vor dem sich der nun terminierte Fusionsprozess abspielt.
Für Anleger bleibt der Zeitplan der entscheidende Fixpunkt: Bestätigen sich Gerichtsanhörung im September und Aktionärsversammlungen im Oktober wie angekündigt, wäre der Zusammenschluss von European Lithium und Critical Metals Corp bereits Anfang November besiegelt.
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