European Lithium verliert weiter an Boden. Am Freitag fiel die Aktie um 8,47 Prozent auf 0,1730 Euro. Der Grund liegt nicht im eigenen Geschäft, sondern beim Fusionspartner Critical Metals Corp.
Der Nasdaq-Konzern, der European Lithium per Aktientausch übernehmen will, verliert seit Wochen massiv an Wert. Von einem Hoch bei 17,25 Dollar im Januar ist die Aktie mittlerweile auf rund 7,50 Dollar gefallen. Weil der Deal komplett in Aktien abgewickelt wird, drückt der Kursverlust bei Critical Metals direkt auf den Wert, den European-Lithium-Aktionäre erhalten sollen.
Warum der Aktientausch zum Problem wird
Nach Abschluss der Übernahme sollen die bisherigen European-Lithium-Aktionäre etwa 41 Prozent der Anteile am fusionierten Unternehmen halten. Das Tauschverhältnis selbst hat sich nicht verändert. Aber der Marktwert dieser Anteile schrumpft mit jedem weiteren Kursrückgang bei Critical Metals.
Für die australische Aktie bedeutet das: Der Verkaufsdruck kommt gleich doppelt. Einmal durch die eigene Kursschwäche, einmal durch den fallenden Gegenwert der künftigen Aktien.
Die Geschäftsbedingungen der Übernahme selbst bleiben unverändert. Beide Unternehmen bestätigten Anfang des Monats eine Änderungsvereinbarung zum zugrunde liegenden Umsetzungsvertrag. Die kommerziellen Kernbedingungen der Transaktion blieben davon unberührt, es ging lediglich um technische Details der Umsetzung.
European Lithium plant, sein Scheme Booklet samt unabhängigem Prüfbericht Ende Juli oder Anfang August zu veröffentlichen. Vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären, Optionsinhabern und Gericht soll die Transaktion im September 2026 vollzogen werden.
Lithiumpreise fallen auf Vier-Monats-Tief
Zur Belastung durch den Fusionspartner kommt ein schwächeres Marktumfeld hinzu. Die Preise für Lithiumcarbonat sanken im Juli auf 151.000 Yuan – der tiefste Stand seit fast vier Monaten.
Der Auslöser: CATLs Jianxiawo-Mine, eine der größten weltweit, hat nach längerer Zwangspause die Sicherheitsauflagen erfüllt und kann die Produktion wieder hochfahren. Zusätzliches Angebot kommt von australischen Minen. Mineral Resources bereitet die Wiedereröffnung seiner Bald-Hill-Mine nach 18 Monaten Stillstand vor, Core Lithium hat sein Finniss-Projekt bereits reaktiviert. Die Aussicht auf mehr Angebot drückt derzeit auf die Stimmung in der gesamten Lithiumbranche – und trifft European Lithium zusätzlich zum hausgemachten Übernahmedruck.
Charttechnik zeigt tiefe Wunden
Die Chartsignale spiegeln den Ausverkauf deutlich wider. Die Aktie notiert 30,30 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,2482 Euro und 43,37 Prozent unter dem Jahreshoch. Der 14-Tage-RSI von 30,1 nähert sich der überverkauften Zone.
Trotz des Absturzes der vergangenen Wochen steht die Aktie seit Jahresbeginn noch mit 85,62 Prozent im Plus. Das zeigt, wie stark die vorausgegangene Rally war – und wie viel davon der aktuelle Rückgang bereits aufgezehrt hat.
In den kommenden Wochen dürften zwei Termine im Fokus stehen: die Veröffentlichung des Scheme Booklets Ende Juli oder Anfang August, und jede weitere Kursbewegung bei Critical Metals Corp. Beide Ereignisse bestimmen direkt, wie viel die Übernahme für European-Lithium-Aktionäre am Ende tatsächlich wert ist.
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