European Lithium fällt am Freitag um 5,26 Prozent auf 0,1656 Euro. Damit trifft die Aktie exakt auf ihren 200-Tage-Durchschnitt. Ein technisch heikler Punkt, ausgerechnet in der Woche vor einem wichtigen Fusionsschritt.
Der Kurs hat in den vergangenen 30 Tagen mehr als ein Drittel seines Werts verloren. Der 14-Tage-RSI von 31,9 signalisiert eine Aktie nahe der überverkauften Zone. Parallel dazu rückt die geplante Fusion mit dem Nasdaq-Konzern Critical Metals Corp in eine entscheidende Phase.
ASX-Ausnahmegenehmigung räumt Hürde aus dem Weg
Die australische Börsenaufsicht ASX hat European Lithium am 22. Juli 2026 eine wichtige Ausnahmegenehmigung erteilt. Die Details folgten am 24. Juli in offiziellen Unterlagen. Das Unternehmen darf damit seine Kapitalstruktur vor der Fusion vereinfachen.
Konkret kann European Lithium ausstehende, nicht notierte Optionen und Performance Rights streichen. Eine separate Zustimmung der Aktionäre ist dafür nicht mehr nötig. Die Inhaber erhalten im Gegenzug Ersatzaktien oder Warrants von Critical Metals Corp.
Der Schritt gilt als bedeutende verfahrenstechnische Weichenstellung. Er beseitigt mögliche administrative Verzögerungen für das gesamte Scheme of Arrangement.
Scheme Booklet soll Ende Juli erscheinen
Im Fokus der Anleger steht jetzt der Zeitraum bis Ende Juli. Für diesen Zeitraum plant European Lithium die Veröffentlichung des offiziellen Scheme Booklet. Das Dokument soll eine Fairness Opinion des unabhängigen Gutachters Nexia Perth Corporate Finance enthalten, die das vorgeschlagene Umtauschverhältnis bewertet.
Nach den aktuellen Bedingungen erhalten Aktionäre von European Lithium 0,035 Aktien von Critical Metals Corp für jede gehaltene Aktie. Nach Abschluss der Fusion sollen die bisherigen European-Lithium-Aktionäre rund 41 Prozent am zusammengeschlossenen Unternehmen halten.
Neue Regelung für Kleinaktionäre
Die Transaktionsmechanik hat sich zuletzt verändert, speziell für Kleinanleger. Aktionäre mit 50.000 oder weniger Aktien beziehungsweise notierten Optionen können künftig eine „Sale Facility“ nutzen. Ein beauftragter Vermittler verkauft diese kleineren Bestände am Markt. Die Aktionäre erhalten den Nettoerlös in bar, statt direkt Nasdaq-notierte Aktien zu bekommen.
Diese Lösung ersetzt die ursprünglich geplante Struktur über Chess Depositary Interests. Ziel ist es, den grenzüberschreitenden Verwaltungsaufwand für kleinere australische und europäische Depots zu reduzieren.
Ausblick auf die Woche
Zum Wochenstart am Montag beobachten Marktteilnehmer, ob die Marke von 0,1656 Euro als stabiler Boden hält. Erscheint das Scheme Booklet wie geplant in dieser Woche, startet damit offiziell die Frist bis zur Aktionärsabstimmung. Diese wird derzeit für Ende August 2026 erwartet.
Erfüllen beide Unternehmen alle Bedingungen und erhalten die nötigen Gerichtsbeschlüsse, soll die Transaktion im September 2026 abgeschlossen werden. Unter einem gemeinsamen Dach würden dann das Wolfsberg-Lithium-Projekt in Österreich und das Tanbreez-Seltene-Erden-Projekt in Grönland zusammengeführt.
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