European Lithium verfügte Ende Juni über eine Barreserve von 296,3 Millionen australischen Dollar. Diese Zahl aus dem Quartalsbericht rückt nun wieder in den Fokus, da das Unternehmen auf dem Weg zur Fusion mit Critical Metals Corp konkrete Fortschritte macht und Anleger die finanzielle Basis des kombinierten Konzerns neu bewerten.
Das Scheme Booklet für den Zusammenschluss wurde am Freitag bei der australischen Aufsichtsbehörde ASIC eingereicht. Die erste Gerichtsanhörung ist für den 15. September angesetzt, die Aktionärsversammlungen sollen Mitte Oktober folgen. Die Umsetzung der Fusion peilt das Unternehmen für Anfang November an. Damit stehen die wesentlichen Verfahrensschritte terminlich fest.
Substanz aus den Explorationsprojekten
Neben der finanziellen Ausstattung liefert European Lithium auch geologische Argumente für den Deal. In den österreichischen Projekten Bretstein-Lachtal, Klementkogel und Wildbachgraben identifizierte das Unternehmen laut Quartalsbericht mehrere spodumenhaltige Pegmatitkörper mit Lithiumoxid-Gehalten von bis zu 3,98 Prozent.
Solche Werte gelten in der Branche als hochgradig und untermauern den Wert der österreichischen Assets, die künftig Teil der gemeinsamen Ressourcenbasis mit Critical Metals Corp werden sollen.
Die Kombination aus solider Kassenlage und werthaltigen Explorationsergebnissen bildet den Hintergrund, vor dem Anleger die laufende Kursentwicklung einordnen. Nach dem Antrag auf die Notierung am vergangenen Donnerstag gab die Aktie zuletzt um 3,2 Prozent nach.
Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 1,1 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich der Zuwachs auf 45 Prozent. Der Kurs von 0,2235 Euro liegt damit weiterhin rund 30 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,1716 Euro, was die grundsätzlich intakte Aufwärtsdynamik der vergangenen Monate widerspiegelt.
Lithiummarkt liefert Rückenwind
Die Fusion findet vor dem Hintergrund einer freundlichen Grundstimmung am globalen Lithiummarkt statt. Der Lithium-und-Batterietechnologie-ETF LIT legte zuletzt zu, während Rohstoffproduzenten wie SQM von Rekordabsatzmengen bei Lithiumcarbonat berichteten.
SQM rechnet nach eigenen Angaben für das laufende Jahr mit einer globalen Lithiumnachfrage von mehr als 2,1 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent, getrieben von Elektrofahrzeugen und stationären Batteriespeichern. Auch die chinesischen Terminkontrakte für Lithiumcarbonat an der Rohstoffbörse GFEX zogen im August mehrfach an, begleitet von steigendem offenem Interesse der Marktteilnehmer.
Für European Lithium bedeutet dieses Umfeld zweierlei: Zum einen steigt der potenzielle Wert der eigenen Lagerstätten, sollte sich die Nachfragebelebung fortsetzen. Zum anderen dürfte ein freundlicher Rohstoffmarkt auch die Bewertung des fusionierten Unternehmens mit Critical Metals Corp stützen, an dem die bisherigen European-Lithium-Aktionäre nach Abschluss der Transaktion rund 38 Prozent halten sollen.
Bis zur eigentlichen Umsetzung der Fusion bleiben noch mehrere formale Hürden zu nehmen. Die Gerichtsanhörung im September und die Aktionärsabstimmungen im Oktober gelten als die nächsten entscheidenden Stationen auf dem Weg zum geplanten Vollzug Anfang November.
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