European Lithium hat neue Details zur geplanten Fusion mit Critical Metals Corp veröffentlicht. Demnach sollen die Aktionäre des österreichischen Lithiumunternehmens nach Abschluss der Transaktion rund 38 Prozent am zusammengeschlossenen Konzern halten. Die Angabe stammt aus der am 19. August bekanntgegebenen geänderten Scheme Implementation Deed und liefert erstmals eine konkrete Zahl zur künftigen Eigentümerstruktur.
Floating Ratio statt fixer Quote
Kern der Vereinbarung bleibt die vor rund zwei Wochen umgestellte Tauschquote. Statt eines festen Verhältnisses von 0,035 Critical-Metals-Aktien je European-Lithium-Aktie gilt nun eine variable Quote mit Unter- und Obergrenze.
Liegt der 20-Tage-VWAP der Critical-Metals-Aktie an der Nasdaq bei oder unter 8 US-Dollar, greift die maximale Quote von 0,045. Steigt der VWAP auf 16 US-Dollar oder darüber, sinkt die Quote auf minimal 0,025. Dazwischen bewegt sich das Verhältnis linear.
Critical Metals Corp begründete den Umbau damit, dass die neuen Konditionen Aktionäre beider Seiten „gleichermaßen gegen kurzfristige Marktvolatilität“ absichern sollen. Aktuell liegt der VWAP unterhalb der Acht-Dollar-Schwelle, sodass die Transaktionsquote derzeit bei 0,045 verharrt.
Die 38-Prozent-Marke ist damit keine feste Größe, sondern eine Pro-forma-Berechnung auf Basis der aktuellen Verhältnisse. Sie hängt unmittelbar davon ab, wo der Nasdaq-Kurs von Critical Metals bis zur Bestimmung des finalen Umtauschverhältnisses notiert. Für Anleger bedeutet das: Der Wert ihrer künftigen Beteiligung bleibt bis zur Umsetzung an die Kursentwicklung der US-notierten Gegenpartei gekoppelt.
Zeitplan bleibt unverändert
Am Fahrplan der Transaktion hat sich nichts geändert. Der Scheme Booklet inklusive des Berichts eines unabhängigen Sachverständigen soll Anfang September versendet werden, die Umsetzung der Fusion ist weiterhin für Oktober vorgesehen – vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären und Optionsinhabern sowie der gerichtlichen Genehmigung. Bis dahin bleibt European Lithium eigenständig an der Börse notiert, während sich der Markt bereits auf die neue Struktur einstellt.
Für die Bewertung des Unternehmens spielt neben der Fusion auch das eigene Aktienpaket an Critical Metals eine Rolle: European Lithium hält 45.536.338 Aktien des Partners, die zuletzt mit rund 303,3 Millionen US-Dollar bewertet wurden. Dieses Paket bildet einen wesentlichen Teil des Unternehmenswerts und unterstreicht, wie eng die Schicksale beider Unternehmen bereits vor dem formellen Zusammenschluss verknüpft sind.
Kursverlauf spiegelt Übernahmefantasie
Die Aktie von European Lithium hat die jüngsten Nachrichten mit deutlichen Kursgewinnen begleitet und notiert nach einem Zugewinn von 51 Prozent binnen 30 Tagen zuletzt bei 0,2330 Euro. Der Titel liegt damit weiterhin rund 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, hat sich seit seinem Jahrestief im September 2025 aber vervielfacht.
Die anhaltend hohe Schwankungsbreite von 96 Prozent auf Jahresbasis zeigt, wie sensibel der Markt auf jede neue Entwicklung im Fusionsprozess reagiert. Solange die endgültige Tauschquote nicht feststeht, dürfte der Kurs von European Lithium eng an die Nasdaq-Notierung von Critical Metals gekoppelt bleiben.
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