Die Fusion zwischen European Lithium und Critical Metals Corp. klingt auf dem Papier imposant — rund 835 Millionen US-Dollar Transaktionswert, Nasdaq-Listing als Ziel, Aktionärsabstimmung im dritten Quartal. In der Praxis stolpert der Deal über eine verpasste Frist, eine Liquiditätslücke und ein fehlendes Genehmigungsschreiben aus Nuuk.
Bindendes Abkommen lässt weiter auf sich warten
Eigentlich sollte der rechtlich bindende Fusionsvertrag — im Fachjargon ein Scheme Implementation Deed — bis zum 7. Mai unterzeichnet sein. Dieser Termin verstrich ohne Abschluss. Beide Seiten verlängerten die Exklusivitätsperiode, um die rechtliche Ausgestaltung zu finalisieren. An den kommerziellen Konditionen ändert sich nichts: EUR-Aktionäre erhalten je Aktie 0,035 neue CRML-Aktien, ASX-Optionsinhaber werden auf Basis des inneren Optionswerts abgefunden.
A$24 Millionen fehlen — und Kapital aufnehmen ist verboten
Das drängendste Problem ist finanzieller Natur. Eine der Abschlussbedingungen verlangt, dass European Lithium bei Vollzug der Transaktion über eine Nettoliquidität von mindestens 330 Millionen australischen Dollar verfügt. Ende März lag der Kassenbestand bei 306 Millionen — rund 24 Millionen zu wenig.
Das Pikante daran: Die laufende Exklusivitätsvereinbarung untersagt European Lithium, neues Eigen- oder Fremdkapital aufzunehmen. Wie die Lücke geschlossen werden soll, bleibt offen. Erschwerend kommt hinzu, dass Morgan Stanley und verbundene Einheiten ihre gesamte meldepflichtige Beteiligung veräußert haben. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm — bis Oktober 15 darf das Unternehmen bis zu zehn Prozent des ausgegebenen Kapitals für maximal 12,6 Millionen australische Dollar zurückkaufen, die Aktien werden anschließend eingezogen.
Grönland wartet auf grünes Licht aus Nuuk
Auf operativer Ebene richtet sich der Blick nach Grönland. Das Tanbreez-Seltenerden-Projekt hat seinen Pilotbetrieb in Qaqortoq fertiggestellt — der Auftragnehmer 60° North Greenland hat seine Arbeiten abgeschlossen. Der ursprünglich für Mai geplante Start hängt nun an einer ausstehenden Genehmigung der grönländischen Behörden. Liegt sie vor, soll im Juni eine Großprobennahme von 150 Tonnen folgen, die die technische Reife des Projekts belegen soll.
Im Hintergrund läuft zudem eine geplante Anteilsaufstockung: Critical Metals Corp. will seinen Tanbreez-Anteil von 42 auf 92,5 Prozent erhöhen, was European Lithiums Direktbeteiligung auf 7,5 Prozent reduzieren würde. Für die Projektfinanzierung liegt ein unverbindliches Absichtserklärungsschreiben der US Export-Import Bank über bis zu 120 Millionen US-Dollar vor.
Wolfsberg unter Druck, Aktie erholt
Schlechte Nachrichten kamen aus Österreich: Das Bundesverwaltungsgericht hat eine zentrale Umweltgenehmigung für das Wolfsberg-Lithiumprojekt in Kärnten aufgehoben. Die Behörden müssen das Vorhaben nun nach strengeren Einzelfallstandards neu bewerten. Die finale Investitionsentscheidung verschiebt sich auf frühestens Ende 2026. Die Bergbaulizenz gilt bis Anfang 2028, der Abnahmevertrag mit BMW bleibt bestehen.
Die Aktie notiert aktuell bei 0,440 australischen Dollar — ein Plus von rund 205 Prozent seit Jahresbeginn. Drei Aufgaben bestimmen den weiteren Fahrplan: die Grönland-Genehmigung sichern, die Liquiditätslücke schließen und den Fusionsvertrag rechtskräftig unterzeichnen. Gelingt das, soll die Hauptversammlung im dritten Quartal über die Transaktion abstimmen.
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