European Lithium Aktie: 177 Prozent seit Jahresbeginn

European Lithium treibt Fusion mit Critical Metals Corp voran. Geplante Raffinerie in Saudi-Arabien und G7-Unterstützung für kritische Rohstoffe stärken die Position.

Auf einen Blick:
  • Direkte NASDAQ-Aktien statt Depository Interests
  • Lithium-Raffinerie in Saudi-Arabien geplant
  • G7-Allianz für kritische Mineralien gegründet
  • Aktienkurs seit Jahresbeginn um 177 Prozent gestiegen

European Lithium steht kurz vor dem Abschluss einer tiefgreifenden Unternehmenstransformation. Die Fusion mit Critical Metals Corp nimmt konkrete Gestalt an — und die geopolitischen Rahmenbedingungen spielen dem Unternehmen dabei in die Hände.

Direktaktien statt Depository Interests

Das Management hat die technische Abwicklung der Fusion präzisiert. Ursprünglich war die Ausgabe von CHESS Depository Interests für die australische Börse im Gespräch. Nun plant das Unternehmen, direkte Aktien der NASDAQ-notierten Critical Metals Corp auszugeben. Jede European-Lithium-Aktie berechtigt zum Erhalt von 0,035 neuen Aktien des Fusionspartners.

Die Vereinfachung soll den grenzüberschreitenden Deal reibungsloser gestalten. Unter dem Dach von Critical Metals Corp sollen das Wolfsberg-Lithiumprojekt in Österreich und das Tanbreez-Seltenerden-Projekt in Grönland gebündelt werden. Nexia Perth Corporate Finance prüft als unabhängiger Gutachter, ob die Tauschbedingungen für Aktionäre fair sind.

Raffinerie in Saudi-Arabien als Kostenhebel

Parallel zur Fusionsvorbereitung treibt European Lithium ein Joint Venture mit der Obeikan Investment Group voran. Ziel ist eine Lithiumhydroxid-Raffinerie in Saudi-Arabien. Das Unternehmen kalkuliert mit Produktionskosten zwischen 3.000 und 7.000 US-Dollar je Tonne — ein wettbewerbsfähiger Bereich, den subventionierte Industrieenergie vor Ort ermöglichen soll.

G7-Rückenwind für kritische Rohstoffe

Beim G7-Gipfel in Évian Mitte Juni 2026 haben die führenden Industrienationen eine neue Allianz für kritische Mineralien ins Leben gerufen. Das erklärte Ziel: Kein einzelner Lieferant soll bis 2030 mehr als 60 Prozent des Marktes für strategische Metalle kontrollieren. Lithium gehört zu den priorisierten Rohstoffen für neue Rückverfolgbarkeitsprogramme.

Für das Wolfsberg-Projekt ist das ein struktureller Vorteil. Es zählt zu den wenigen fortgeschrittenen Lithiumprojekten innerhalb der EU-Grenzen — genau die Art von Asset, die westliche Lieferketten dringend suchen.

Kurs mit 177 Prozent im Plus seit Jahresbeginn

Die Aktie schloss zuletzt bei 0,26 Euro und liegt damit rund 75 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um 177 Prozent zugelegt — ein Anstieg, der die Erwartungen an die Fusion und den Rohstofftrend widerspiegelt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,31 Euro Anfang Juni hat die Aktie rund 15 Prozent nachgegeben. Der RSI liegt bei 51,6 — neutral, ohne klares Momentum in eine Richtung.

Der nächste konkrete Katalysator ist das sogenannte Scheme Booklet, das Ende Juli 2026 an die Aktionäre verteilt werden soll. Es enthält den vollständigen Gutachterbericht und die finale Fusionsdokumentation. Die Abstimmung folgt Ende August, der Abschluss der Fusion ist für Anfang September geplant.

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